„Elf Freunde müsst ihr sein!“ Die ausgelutschte Fußballerweisheit, die schon die Weltmeister von 1954 beherzigten, wird in einem Dortmunder Vorort gelebt.

Grashüpfer

"Hüpf, hüpf ins Tor"

Dominic Ritterbach
26. Mai 2009, 15:16 Uhr

„Elf Freunde müsst ihr sein!“ Die ausgelutschte Fußballerweisheit, die schon die Weltmeister von 1954 beherzigten, wird in einem Dortmunder Vorort gelebt.

Im beschaulichen Stadtteil Wellinghofen sind die Grashüpfer Olpkebach beheimatet.

Die Idee der Klubgründung im Jahre 1988 wurde mehr oder weniger aus der Not heraus geboren. „Nach unserer Schulzeit haben wir uns immer regelmäßig auf einer Sportanlage hier in Dortmund getroffen. Leider waren da auch immer 50 andere Teams und so war es dementsprechend voll“, schaut Bernd Mellinghaus, Präsident Grashüpfer Olpkebach, zurück. „Irgendwann haben wir uns dann entschlossen einen Verein zu gründen. So hatten wir die Möglichkeit regelmäßig zu spielen und zu trainieren.“

Der Weg zum ungewöhnlichen Vereinsnamen, den es genau ein einziges Mal in Fußball-Deutschland gibt, war da schon steiniger. „Eigentlich wollten wir uns Lokomotive Lücklemberg nennen. Der DFB war aber gegenüber dieser Wahl nicht aufgeschlossen. Zu dieser Zeit war der Name noch zu sozialistisch belastet“, erklärt Mellinghaus die anfänglichen Schwierigkeiten. So mussten sich die Studenten neu orientieren und blickten in die Schweiz, wo die berühmten Grasshopper Zürich spielen. Dass die jungen Kicker aus dem Dortmunder Süden die „eingedeutschte“ Version Grashüpfer wählten hatte nichts mit übertriebener Liebe zum Standarddeutschen zu tun, sondern sollte „unser Understatement verdeutlichen, dass das die großen Grasshopper und wir nur die kleinen Grashüpfer sind. Wir wollten uns selbst auch nicht zu ernst nehmen.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/011/699-12150_preview.jpeg Foto: Grashüpfer Olpkebach[/imgbox]
Besonders neben dem Platz wird deutlich, dass sich die Grashüpfer nicht nur als reinen Fußballklub verstehen, sondern auch als Freunde. Da wird dann auch schon mal mitten im März spontan die Grillsaison eingeläutet oder man wechselt beim Mannschaftsabend die Sportart. Mittelfeldakteur John-Sebastian Komander erklärt den Zusammenhalt so: „Alle Spieler kommen aus dem erweiterten Freundeskreis. Wir haben nicht die Möglichkeiten, irgendwelche Spieler abzuwerben, deswegen läuft es meistens so ab, dass einer aus der Mannschaft jemanden kennt, der gerade keine Lust mehr auf seinen alten Verein hat oder gerade wegen des Studiums nach Dortmund gezogen ist und einfach weiter kicken will. Das einzige Mal, dass wirklich um Spieler geworben wurde, war 2004. Da gab es einen Aushang in der Uni. So kam ich zum Klub.“ Mellinghaus ergänzt „dass es ganz wichtig ist, dass die Mannschaft auch menschlich zusammen passt. Wir hatten schon Spieler hier, die mit unserem Humor nicht zurecht kamen und denen wir einfach zu anders waren.“

Auf dem Platz sind die Grün-Weißen aber letztendlich doch eine ganz normale Fußballmannschaft. „Hüpf, hüpf ins Tor“ schallt es vor jedem Spiel über das Spielfeld. Beim obligatorischen Schlachtruf vor jeder Partie gesteht Mellinghaus, dass „die Gegner schon mal ein bisschen komisch und genervt schauen.“ Aber spätestens da hört der Spaß auf und es wird sich auf Fußball konzentriert. „Wir gehen da zwar nicht so verbissen ran wie andere Mannschaften, aber wir wollen gewinnen und da gibt jeder alles“, betont der Präsident. „Da wird auch mal dem Mitspieler die Meinung gesagt, wenn er meint, der andere sei nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache zu sein und das ganze ein bisschen zu locker sieht.“
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/011/700-12151_preview.jpeg Foto: Grashüpfer Olpkebach[/imgbox]
Über die sportlichen Ziele sind sich Spieler und Präsident einig. Trotz des gefeierten 20-jährigen Vereins- und Kreisliga-C-Jubiläums im letzten Jahr wollen die Beteiligten schon irgendwann mal aufsteigen. Die Hoffnung haben die Lücklemberger um Komander noch nicht aufgegeben: „Gerade für die Gründerväter wäre das mal eine super Sache, wenn sie ihren Verein in der Kreisliga B sehen könnten. Es hat aber leider bisher nie geklappt.“ Mellinghaus dazu: „Mal waren wir oben mit dabei, mal waren wir etwas schlechter. Der ganz große Wurf ist uns leider nie geglückt."

Den Generationswechsel haben die Grashüpfer immerhin schon geschafft. Diese Saison war für die Mannschaft die erste Spielzeit ohne ein Teammitglied aus der Gründungszeit.

Internetauftritt der Grashüpfer:
[url]http://go88.de/[/url]

Autor: Dominic Ritterbach

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