Wenn es nach der Polizei geht, müssen sich die Fußballfans auf harte Schritte einstellen.

Polizei fordert Alkohol- und Flaschenverbote auf Weg zum Stadion

Stadionverbote in Amateurligen?

sid
15. Mai 2009, 13:55 Uhr

Wenn es nach der Polizei geht, müssen sich die Fußballfans auf harte Schritte einstellen.

Nachdem der DFB dem zweitägigen Symposium der Polizei-Gewerkschaft (GdP) in Berlin fern geblieben ist, hat GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg im Kampf gegen Gewalt am Rande von Fußballspielen einen Runden Tisch mit allen betroffenen Gruppen im Bundesinnenministerium (BMI) gefordert.

"Der Druck ist mittlerweile so groß. Ich bin mir sicher, dass auch der DFB dabei sein wird", sagte Freiberg zum Abschluss des Symposiums. "Ich glaube nicht, dass DFB-Präsident Theo Zwanziger diese Einladung ausschlagen würde", sagte Gerd Landsberg, Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB). Neben der Polizei sollen Vertreter des DFB, der Deutschen Fußball Liga (DFL), der Fan-Vereinigungen, der Deutschen Bahn, der Kommunen und der Politik dem Treffen beiwohnen. "Wir haben mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble noch keine Termingespräche geführt, doch der Gipfel wird möglichst schnell stattfinden", sagte Freiberg. Freiberg bezeichnete das Fernbleiben des DFB als "große Enttäuschung" und sprach von einem "Eigentor". Der Fußball könne sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/056-2081_preview.jpeg [/imgbox]
Laut GdP-Angaben ist die Anzahl von Ausschreitungen bei Fußball-Spielen in letzter Zeit enorm angewachsen. Sie liege die Saison 2007/2008 rund 30 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Fast 1,3 Millionen Arbeitsstunden hätten die Polizeien des Bundes und der Länder in die Sicherheit bei Fußballspielen investiert. Die Polizei-Gewerkschaft räumte aber auch ein, dass der anhaltende Personalabbau im eigenen Haus zu den Problemen beim Einsatz rund um den Fußball führe. So sei die Zahl der Beamten seit dem Jahr 2000 um 10.000 Kräfte gesunken. Zudem seien bundesweit weitere Einsparungen geplant. DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte seine Teilnahme schon vor geraumer Zeit aus Termingründen abgesagt.

Die Teilnahme des DFB-Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn wurde von den Veranstaltern zunächst abgelehnt. Als Spahn vor wenigen Tagen doch eingeladen wurde, musste dieser ebenfalls aus Termingründen absagen. "Wir wollten zunächst einen politisch Verantwortlichen vom DFB hier haben", erklärte Freiberg.

In seiner Abschlusserklärung forderte Freiberg, dass Stadionverbote in Zukunft einheitlich und auch für unterklassige Vereine ausgesprochen werden müssten. Es sollten zudem häufiger Alkohol- und Flaschenverbote schon auf den Anreisewegen ausgesprochen werden. Außerdem sollte der DFB die Fan-Betreuung in den unteren Ligen ausbauen, die Politik müsste mehr qualifiziertes Personal zur Verfügung stellen.

Autor: sid

Kommentieren