Fußballsongs wirken oft etwas aufgesetzt. Bei ihm ist das anders. Matthias

100 Jahre BVB: „Kasches“ Jubiläumssong auf CD erschienen

Liebeserklärung von der Südtribüne

16. Mai 2009, 09:55 Uhr

Fußballsongs wirken oft etwas aufgesetzt. Bei ihm ist das anders. Matthias "Kasche" Kartners Liebeserklärungen an den BVB gehen unter die Haut. Seine Songs wie "Ole, hier kommt der BVB" oder "Wir sind Dortmund, Borussia" sind wahre Oden an seinen Verein.

Seit Beginn der Rückrunde wird sein neuester Titel vor jedem Heimspiel von der Südkurve zelebriert. Jetzt ist auch sein Jubiläumssong "100 Jahre Borussia Dortmund" endlich auf CD veröffentlicht worden.

Erhältlich ist der Tonträger zunächst nicht im Handel, sondern nur in den offiziellen Fan-Shops des BVB. Wieder einmal ist es ihm im Duett mit seinem Bruder Kai gelungen, die richtigen Worte für seine Schwarz-Gelben zu finden. Auch das Cover ist ein Schmankerl. Es ziert das erste Mannschaftsfoto des BVB aus dem Jahr 1911.

Matthias Kartner, was bedeutet der BVB für Sie persönlich?

Dortmund ist Leidenschaft und große Emotionen. Dieser Klub fasziniert die Menschen seit nun 100 Jahren. Das habe ich versucht, in meinem Stück zu verarbeiten. Meine Frau meinte im Scherz, sie fühle sich ein wenig vernachlässigt, weil ich für sie noch nicht so ein gefühlvolles Lied geschrieben hätte.

Der Grat zwischen Kitsch und Kunst ist bei Fangesängen oft schmal. Wie schaffen Sie es mit ihren Liedern, immer wieder den Kern der Menschen zu treffen?

Das weiß man vorher nicht, sondern hofft es. In meinen Liedern liegt auf jeden Fall viel Herzblut. Vielleicht liegt es daran, dass ich kein Außenstehender bin. Ich bin ja genauso infiziert wie alle anderen auch, stehe regelmäßig auf der 'Süd'. Der ultimative Gradmesser für so ein Lied ist die Südtribüne. Als ich im Januar '100 Jahre Borussia Dortmund' vor dem Pokalspiel gegen Werder Bremen zum ersten Mal gesungen habe, lief es mir anschließend eiskalt den Rücken herunter. Die 'Süd' in seiner Gesamtheit mit all seinen Facetten zu überzeugen, ist fast unmöglich. Als ich keine Pfiffe bekam, war ich sehr, sehr stolz.

Warum sind Sie selbst Mitglied im Fan-Club 'Terpentin-Borussen'?

Ich bin richtig durchgeknallt. Ich gehe seit 1974, also seit 35 Jahren, zum BVB und sehe nun, wie die Borussia im Jahr des 100. Bestehens zu neuer Blüte erwacht. Etwas schöneres kann es doch nicht geben. Wenn wir tatsächlich den europäischen Wettbewerb erreichen, wovon ich jetzt fest ausgehe, dann ist es das schönste Geschenk, dass der Verein uns Fans machen kann.

Hätten Sie dem BVB eine derartige Entwicklung zugetraut?

Wir sollten Frau Klopp ein Denkmal bauen. Jürgen Klopp ist ein Glücksfall für uns. Er passt mit seiner Art zu 100 Prozent nach Dortmund. Aber wenn ich ihn treffen würde, würde ich ihn gerne fragen, wie groß eigentlich der Anteil von Frau Klopp am Höhenflug des BVB ist. Sie ist ja Psychologin. Und ich würde echt gerne wissen, ob 'Kloppo' abends bei ihr auf der Couch liegt und sich ab und zu den einen oder anderen Tipp holt. Wenn, dann hat er auf jeden Fall alles richtig gemacht.

Warum unterstützen mit Ihrer CD den Verein 'Kinderlachen e. V.'?

Das ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich bin selbst Vater von zwei Kindern. Als meine Tochter vor einigen Monaten mit einer Erkrankung in der Dortmunder Kinderklinik behandelt wurde, ist der Kontakt entstanden. Wir stellen 19,09 Prozent der Verkaufserlöse dem Verein zur Verfügung. Auch Neven Subotic und Michael Rummenigge sind Botschafter. 'Kinderlachen e. V.' unterstützt schwerstkranke Kinder in Krankenhäusern und Hospizen mit Sachspenden und hilft bei der Realisierung von Träumen und Wünschen, die man sich nicht kaufen kann. Ich selbst werde an Heiligabend in die Klinik fahren, und dort für die Kinder singen.

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