BVB: Dede- ewig BVB oder Brasilien-Poker?

04. Dezember 2004, 16:55 Uhr

Wenn in der Bundesliga Verträge verlängert werden sollen, dann geht es am Verhandlungstisch zwar nicht immer, aber meistens zu wie bei einer Pokerpartie in Las Vegas.

Wenn in der Bundesliga Verträge verlängert werden sollen, dann geht es am Verhandlungstisch zwar nicht immer, aber meistens zu wie bei einer Pokerpartie in Las Vegas. Leonardo Dede will sein Spiel aber ehrlich spielen, denn er erklärt: "Ich bin in meiner siebten Saison in Dortmund und es gehört sich einfach, dass man sich gegenseitig respektiert. Schließlich habe ich mich in dieser Zeit immer mit dem Verein und den Fans identifiziert." Darum hat er den BVB-Verantwortlichen versprochen, "vor Januar werde ich mich mit keinem anderen Verein über einen Wechsel unterhalten."

Angebote liegen einige vor, so zum Beispiel vom Hamburger SV und dem VfB Stuttgart. Auch der FC Schalke 04 soll bei dem Brasilianer angeklopft haben, doch die Königsblauen haben offenbar keine Chance: "Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dorthin gehe, liegt nicht bei einem, sondern bei null Prozent." Doch der 26-Jährige packt noch eine weiter Überraschung obendrauf: "Es ist so gut wie sicher, dass ich in Dortmund bleibe. Wenn alles glatt geht, dann werden wir noch vor Weihnachten die Vertragsverlängerung bekannt geben." Zumal nach seiner Darstellung nur noch Details zu klären sind: "Über das Finanzielle haben wir bereits Einigung erzielt, lediglich die Laufzeit ist noch offen." Auf die Frage, welche Fristen denn im Gespräch sind, überrascht der "BVB-Außenminister" erneut: "Es könnten sogar sechs Jahre werden." Auf immer und ewig Borussia Dortmund?

Michael Zorc hätte zwar nichts dagegen, widerspricht der Darstellung von Dede aber vehement: "Das ist alles Quatsch, denn über das Geld haben wir uns noch gar nicht unterhalten. Es gab auch keine neueren Verhandlungen. Geplant ist lediglich, dass wir uns bis Weihnachten noch einmal zusammensetzen." Konträrer können Darstellungen kaum sein.

Eventuell pokert der Südamerikaner doch ein wenig und möchte nicht vor der Begegnung am Sonntag mit den Königsblauen in Verbindung gebracht werden, schraubt deshalb S04 auf seiner persönlichen Beliebtheitsskala auf Null. Obwohl dort mit seinem Landsmann Lincoln, "mein bester Freund" spielt und er gleichzeitig einräumt: "Ich habe in Dortmund sechs Jahre lang einen guten Job gemacht, auch wenn ich in der jetzigen Saison noch nicht überzeugt habe wie zuvor. Wenn ich nach einer so langer Zeit wechseln würde, ist das im Fußball ganz normal. Vorzuwerfen habe ich mir aber nichts, weil ich immer korrekt war, selbst als ich im Sommer zwischenzeitlich auf der Bank gesessen habe." Da mag man ihm nicht widersprechen, dennoch bleibt die Frage, wer in diesem Pokerspiel das bessere Blatt in Händen hält.

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