Es gab schon ein merkwürdiges Bild ab, wie Roman Weidenfeller diesen grün-weißen Mann mit dem blauen Turban auf dem Kopf nach der Partie beim VfL Wolfsburg in die BVB-Kabine zog.

Boatengs Übereifer könnte zum Verhängnis werden

„Ziehen nach der Saison Bilanz“

Matthias Dersch
15. Mai 2009, 08:13 Uhr

Es gab schon ein merkwürdiges Bild ab, wie Roman Weidenfeller diesen grün-weißen Mann mit dem blauen Turban auf dem Kopf nach der Partie beim VfL Wolfsburg in die BVB-Kabine zog.

Doch das, was kurios aussah, hatte einen ernsten Hintergrund.

Kevin-Prince Boateng hatte neun Minuten nach seiner Einwechslung nur den Ball im Blick, als er mit gestrecktem Bein nach vorne hechtete. Doch anstatt der Kunststoffkugel traf der 22-Jährige das Gesicht von VfL-Verteidiger Makoto Hasebe. Der Japaner blieb liegen, musste mit einer Risswunde behandelt werden. Und für Boateng konnte es nur eine Konsequenz geben: Rote Karte und Platzverweis.

Der gebürtige Berliner wollte sich entschuldigen, doch weil Hasebe auf dem Platz für solche Worte nicht empfänglich war, musste Weidenfeller nachhelfen.

„Er saß in der Kabine und war völlig niedergeschlagen. Er hat das sicher nicht gewollt, es ist trotzdem passiert. Das war fahrlässig. Zum Glück ist Hasebe nichts ernsteres passiert“, war BVB-Coach Jürgen Klopp erleichtert, dass die Szene relativ glimpflich ausgegangen war, vergaß jedoch auch nicht seinen pädagogischen Auftrag: „Jetzt müssen wir Kevin-Prince helfen.“

Zur Erinnerung: Der U21-Nationalspieler ist nur noch bis zum Ende der Saison an den BVB ausgeliehen, noch ist unklar, ob er weiterbeschäftigt wird. Alle verbliebenen Chancen, sich in dieser Saison noch zu präsentieren, hat er am Dienstag dank seines Übereifers verspielt.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc wollte die Tür für den ohne Frage talentierten Techniker dennoch nicht zuschlagen: „Für ihn ist das natürlich extrem ärgerlich, denn er will sich weiter empfehlen. Aber wir haben immer gesagt, dass wir erst nach der Saison eine Bilanz ziehen und entscheiden, wie es weitergeht. Daran hat sich durch die Rote Karte nichts geändert.“

Verbessert hat sich Boatengs Situation dadurch jedoch garantiert nicht. Ihm bleibt jetzt nur noch eines übrig: Daumen drücken und hoffen.

Autor: Matthias Dersch

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren