Der 16. Spieltag der Bundesliga steht am Wochenende ganz im Zeichen der Derbys. Im Süden kämpfen heute ab 15.30 Uhr Aufsteiger Nürnberg und Spitzenreiter FC Bayern um Punkte und Prestige, im Norden der HSV und Hannover.

"Club" und HSV bitten zu Nachbarschaftsduellen

04. Dezember 2004, 07:59 Uhr

Der 16. Spieltag der Bundesliga steht am Wochenende ganz im Zeichen der Derbys. Im Süden kämpfen heute ab 15.30 Uhr Aufsteiger Nürnberg und Spitzenreiter FC Bayern um Punkte und Prestige, im Norden der HSV und Hannover.

Um mehr als nur drei Punkte geht es heute ab 15.30 Uhr (live bei Premiere) am 16. Spieltag der Bundesliga im Frankenstadion und in der AOL Arena. Im Süd-Gipfel beim 1. FC Nürnberg kann der FC Bayern München den vielleicht entscheidenden Schritt in Richtung "Herbstmeisterschaft" machen und der Hamburger SV mit einem Sieg im Nord-Duell gegen Hannover 96 in die UEFA-Cup-Ränge vorstoßen.

Magath an alter Wirkungsstätte

"Ich wünsche den Nürnbergern, dass sie die Klasse halten. Aber wir fahren dahin, um drei Punkte zu holen", sagt Bayern-Trainer Felix Magath vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. 1998 hatte der Coach den "Club" in die erste Liga geführt, sich dann aber mit Präsident Michael A. Roth nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. "Geschadet hat mir diese Zeit aber bestimmt nicht. Ich habe viele schöne Erinnerungen", meint Magath, der auf den zuletzt an einer Grippe leidenden Stürmer Claudio Pizarro zurückgreifen kann.

"Wir haben nichts zu verschenken. Nachdem wir uns nach oben gekämpft haben, wollen wir auch dort bleiben und Herbstmeister werden", sagt Nationalspieler Michael Ballack. Sollten die Münchner das 170. Derby gegen Nürnberg gewinnen und Schalke am Sonntag beim BVB nicht über ein Remis hinauskommen, würde dem Rekordmeister dies bereits vorzeitig gelingen. "Wir wollen den Bayern ein Bein stellen. Ein Sieg gegen sie ist immer das Größte, da sie sich den Neid der Liga hart erarbeitet haben", meint FCN-Trainer Wolfgang Wolf und kündigt dem Favoriten einen heißen Tanz an.

"Wir haben noch eine Rechnung offen"

Der HSV will sich derweil gegen Hannover für die peinliche 0:3-Schlappe aus der Vorsaison revanchieren und seinen Aufwärtstrend unter Trainer Thomas Doll (16 Punkte aus sieben Spielen) fortsetzen. "Wir haben mit denen noch eine Rechnung offen", sagt Hamburgs Torhüter Martin Pieckenhagen: "Außerdem wollen wir auf lange Sicht die Nummer eins im Norden werden. Daher sollte ein Sieg her." Verzichten muss der HSV allerdings auf die gesperrten Sergej Barbarez und Khalid Boulahrouz.

Die Überraschungsmannschaft aus Hannover kann nach der Genesung von Abwehrspieler Michael Tarnat (Knieprobleme) hingegen wieder auf die Erfolgself der vergangenen Wochen (20 Punkte aus neun Spielen) zurückgreifen. Die größte Stärke der "Roten" scheint jedoch weiterhin ihre neugewonnene Lockerheit zu sein. "In Hamburg hat es einen Trainerwechsel gegeben, in Hannover hat sich der Trainer geändert", meint der einst meist knurrig und verbissen wirkende 96-Coach Ewald Lienen.

Im Tabellenkeller kämpft derweil Schlusslicht Hansa Rostock bei Arminia Bielefeld um den Anschluss an die Nichtabstiegsränge. In Anbetracht der chronischen Heimschwäche der Hanseaten (acht Pleiten in acht Spielen) müsste der Klub fast froh sein, auswärts antreten zu dürfen. Trainer Jörg Berger, der unter der Woche das Trainingspensum gehörig angezogen hatte, warnt jedoch: "Es geht nicht, dass wir immer nur auswärts punkten."

Freiburg gegen Meister Bremen mit dem Rücken zur Wand

Auch der Tabellenvorletzte SC Freiburg steht vor der Partie gegen Double-Gewinner Werder Bremen nach zuletzt sechs Niederlagen in Serie gehörig unter Druck. Bei den Bremern kämpft unterdessen der griechische EM-Held Angelos Charisteas, der aufgrund der Verletzung von Ivan Klasnic (Schultereckgelenksprengung) und der Rot-Sperre von Nelson Valdez in die erste Elf rückt, um seine vielleicht letzte Chance im Werder-Trikot. "Wir erwarten von ihm keine Wunderdinge", sagt Trainer Thomas Schaaf und versucht, seinem Angreifer den Druck zu nehmen.

Am Sonntag wird der Spieltag der Derbys mit dem Revierschlager zwichen Borussia Dortmund und Schalke 04 und dem ersten rheinland-pfälzischen Duell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem FSV Mainz 05 (17.30 Uhr/live bei Premiere) abgeschlossen.

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