Meister Werder Bremen hat am 15. Spieltag der Bundesliga Borussia Dortmund mit 2:0 bezwungen. Die Tore schossen die Franzosen Johan Micoud und Valerien Ismael. Damit liegt der BVB nur drei Punkte vor einem Abstiegsplatz.

Bremer "French Connection" besiegt Dortmund

27. November 2004, 17:42 Uhr

Meister Werder Bremen hat am 15. Spieltag der Bundesliga Borussia Dortmund mit 2:0 bezwungen. Die Tore schossen die Franzosen Johan Micoud und Valerien Ismael. Damit liegt der BVB nur drei Punkte vor einem Abstiegsplatz.

Der deutsche Meister Werder Bremen hat mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg über Borussia Dortmund im angekündigten "Adventsfinale" den ersten Schritt aus dem Mittelfeld der Tabelle zurück Richtung Spitzengruppe gemacht. Die Gäste aus Westfalen bleiben nach einer über weite Strecke schwachen Leistung vor 40.702 Zuschauern im Weserstadion dagegen weiterhin in den unteren Regionen hängen. Johan Micoud (32.) und sein französischer Landsmann Valerien Ismael (57.) sorgten mit ihren Treffern für den ersten "Dreier" für die Gastgeber nach zuvor vier Bundesligaspielen ohne Sieg in Folge.

Beide Teams zunächst verunsichert

Beiden Mannschaften war zu Beginn der Partie die Verunsicherung nach den letzten Misserfolgen anzumerken. Auch die Elf von Trainer Bert von Marwijk wirkte trotz des 2:0-Erfolges am letzten Wochenende gegen den SC Freiburg verkrampft und ohne Selbstvertrauen.

So prägten zunächst vor allem harte Zweikämpfe im Mittelfeld und zahlreiche Fehlpässe die Partie. Bei einem Rückpass von Kapitän Frank Baumann in der 18. Minute pfiffen die treuen Bremer Anhänger erstmals ihr eigenes Team aus. Der Werderaner kamen erst in der 30. Minute durch Miroslav Klose zu ihrem ersten Torschuss. Die einzige nennenswerte Gelegenheit hatte bis dahin der Dortmunder Florian Kringe, der bereits in der sechsten Minute freistehend aus halbrechter Position den Ball über das Tor schoss.

Klasnic verletzt ausgewechselt

Die Bremer mussten zudem ab der 23. Minute auf Stürmer Ivan Klasnic verzichten, der sich eine Verletzung an der rechten Schulter zuzog. Für den Kroaten erhielt der Grieche Angelos Charisteas die Chance einmal wieder über einen längeren Zeitraum zu spielen.

Der Europameister stand auch kurz nach seiner Einwechslung sofort im Mittelpunkt des Geschehens, als er völlig frei vor Gästetorwart Roman Weidenfeller im Strafraum auftauchte, aber korrekt vom Ball getrennt wurde. Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich zeigte Charisteas daraufhin wegen einer angeblichen Schwalbe die Gelbe Karte.

Dennoch war diese Aktion so etwas wie eine Initialzündung für die Gastgeber, die erst am Mittwoch in der Champions League gegen Inter Mailand 1:1 gespielt hatten. Charisteas´ Drehschuss in der 31. Minute wurde noch knapp abgefälscht, eine Minute später brachte Micoud die nun wesentlichen besseren Norddeutschen mit einem Abstauber verdient in Führung. Miroslav Klose hatte zuvor Weidenfeller mit einem Linksschuss zu einer Glanztat gezwungen, der Ball fiel dem Franzosen anschließend aber direkt vor die Füße. Zwölf nach Wiederbeginn ging dann die 2:0-Führung ebenfalls von Micoud aus, als er einen Freistoß direkt auf den Kopf von Ismael zirkelte.

BVB ohne Ewerthon im Sturm harmlos

Borussen-Coach van Marwijk hatte auf Stürmer Ewerthon verzichtet, der zuletzt Abwanderungsgedanken öffentlich geäußert hatte. Doch ohne den Brasilianer wirkten die Westfalen im Angriff insgesamt völlig harmlos und konnten das Tor von Andreas Reinke kaum einmal in Gefahr bringen. Auch aus dem Mittelfeld kam kaum Unterstützung, Spielmacher Tomas Rosicky konnte nur wenige Akzente setzen und stand völlig im Schatten seines Gegenübers Micoud.

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