Der 15. Bundesliga-Spieltag bringt das Duell der Fußball-Welten aus München und Mainz. In den Duellen der Verfolger zwischen Schalke und Bielefeld sowie Hannover und Stuttgart trennt sich die Spreu vom Weizen.

Mainz zu Gast in der "anderen Fußball-Welt"

27. November 2004, 09:04 Uhr

Der 15. Bundesliga-Spieltag bringt das Duell der Fußball-Welten aus München und Mainz. In den Duellen der Verfolger zwischen Schalke und Bielefeld sowie Hannover und Stuttgart trennt sich die Spreu vom Weizen.

Für die einen ist es ein "Festtag", für die anderen ein normales Spiel auf dem Weg zum Titel - und dennoch ist es ein Duell der Extreme. "Da treffen zwei Welten aufeinander", sagt Bayern Münchens Trainer Felix Magath vor dem "Klassenkampf" am 15. Spieltag der Bundesliga gegen Aufsteiger Mainz 05. Doch für Magath zählt am Samstag ohnehin nur eins: "Wir wollen gewinnen, um unsere Tabellenführung zu verteidigen." Erstmals seit 18 Monaten hatte der deutsche Rekordmeister am vergangenen Wochenende die Spitzenposition wieder erobert, nun will er sich nicht ausgerechnet von Mainz wieder stürzen lassen.

Die Verfolger stehen allerdings schon in den Startlöchern, nehmen sich aber am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) bei den Spielen von Hannover 96 gegen den VfB Stuttgart (Tabellenvierter gegen Fünfter) sowie von Schalke 04 gegen Arminia Bielefeld (Dritter gegen Sechster) gegenseitig die Punkte weg. Der VfL Wolfsburg will am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) als Zweiter gegen Hertha BSC Berlin seine tolle Heimserie ausbauen und ebenfalls an den Bayern dran bleiben.

Magath kündigt Steigerung an

Doch Magath will der Konkurrenz nicht viel Hoffnung machen. Für die Rückrunde hat er bereits eine weitere Steigerung angekündigt. Er glaube auch nicht, "dass wir Mainz eine Chance lassen". Dennoch erwartet er gegen den starken Neuling keinen Selbstläufer: "Da werden die Räume fehlen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass man Geduld braucht, bis man ein Tor macht."

Zumal der Bayern-Coach dem Team von Trainer Jürgen Klopp "große Hochachtung" zollt: "Was sich in Mainz entwickelt hat, ist beispielhaft". Dabei sei Klopp als Trainer "der Star". Er habe es verstanden, eine verschworene Gemeinschaft zu formen: "Mainz ist für mich neben Hannover und Bielefeld die Überraschungmannschaft der Saison."

Mainzer Erfolgsstory

Ihre Erfolgsstory wollen die Mainzer nun auch in München fortschreiben. "Die Rollen sind zwar klar verteilt, aber wenn die Bayern nur 90 Prozent bringen, haben wir eine Chance", sagt Klopp. Man habe zwar Respekt, "aber den wollen wir nicht zur Schau stellen, sondern frech spielen".

Die Vorfreude auf das erste Bundesligaspiel gegen die großen Bayern, bei denen Mehmet Scholl wohl von Beginn an spielen wird, ist auf jeden Fall groß. "München wird ein Festtag. Es macht erst einmal Spaß, da hinzufahren", betont FSV-Präsident Harald Strutz. Die Ziele würden sich dann während des Spiels ergeben.

Das Ziel des VfL Wolfsburg ist dagegen schon vorher klar: Mit dem siebten Heimsieg in Folge will die Mannschaft von Trainer Erik Gerets wieder einmal ihre Auswärtsschwäche kompensieren. "Wir haben nichts zu verschenken", sagt Gerets. Doch die Hertha, die zuletzt schon Schalke die erste Niederlage unter Ralf Rangnick beigebracht hatte, will da nicht mitspielen. "Serien sind da, um sie zu brechen", erklärt Trainer Falko Götz.

Dies denkt sich auch der neue Rostocker Trainer Jörg Berger. Nach dem Achtungs-Remis in Berlin soll endlich auch der historischen Hansa-Negativserie von sieben Niederlagen in sieben Heimspielen ein Ende bereitet werden. Berger ("Wir stehen in der Pflicht") bat sein Team deshalb erneut zu einem zweitägigen Kurz-Trainingslager an die Ostseeküste.

VfL Bochum kaserniert

Auch Peter Neururer hat seine Profis erstmals vor einem Spiel "kaserniert". Überhaupt griff der Bochumer Coach vor der Partie gegen den 1. FC Nürnberg zu ungewöhnlichen Maßnahmen, um die Abstiegsplätze zu verlassen. Im Training in dieser Woche hat Neururer sieben Plätze in der Anfangsformation per Qualifikation vergeben. Bis auf vier gesetzte Profis mussten alle im internen Wettkampf gegeneinander ran. Auch den Umgangston änderte Neururer: "Für den Spaß bin ich nicht mehr zuständig."

Der Spaß ist auch Kurt Jara in Kaiserslautern vor dem Südwest-Duell gegen den SC Freiburg längst vergangen. Sechs Punkte aus den drei Spielen bis zur Winterpause sind gefordert - sonst...? Immer wieder geistert der Name Werner Lorant am Betzenberg herum. Bei Gegner Freiburg kann sich Volker Finke praktisch nur selbst entlassen, doch auch der SC-Trainer hat längst den Ernst der Lage erkannt: "Die Differenz zu den Nichtabstiegsrängen darf bis Weihnachten nicht zu groß werden, sonst ist das der Horror."

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