Mit nicht alltäglichen Mitteln will Trainer Peter Neururer die Krise beim VfL Bochum abwenden. Der Bochumer Coach lässt sieben Positionen im Training ausspielen. Einen Stammplatz haben nur noch vier Spieler sicher.

"Qualifikations-Training" beim VfL Bochum

26. November 2004, 15:36 Uhr

Mit nicht alltäglichen Mitteln will Trainer Peter Neururer die Krise beim VfL Bochum abwenden. Der Bochumer Coach lässt sieben Positionen im Training ausspielen. Einen Stammplatz haben nur noch vier Spieler sicher.

Bochums Trainer Peter Neururer will mit allen Mitteln die Talfahrt seines Klubs in der Bundesliga stoppen. Vor dem richtungweisenden Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) gegen den Aufsteiger 1. FC Nürnberg bat der Fußball-Lehrer seine Profis zum "Qualifikations-Training". Weil nur noch Torhüter Rein van Duijnhoven, die Abwehrspieler Alexander Knavs und Raymond Kalla sowie Stürmer Vratislav Lokvenc einen Stammplatz sicher haben, ließ er die anderen sieben Positionen ausspielen.

"Es sind nur noch die Vier gesetzt, um die restlichen Plätze will ich den Konkurrenzkampf entfachen", sagte Neururer, der in dieser Woche in jeder Trainingseinheit zwei Teams gegeneinander spielen ließ. Danach wollte er seine Aufzeichnungen auswerten und dementsprechend seine Anfangsformation auswählen. Zudem kasernierte Neururer erstmals seine Spieler vor der Partie in einem Hotel in Castrop-Rauxel ein. Der VfL ist nach nur einem Sieg aus elf Punktspielen auf den 16. Tabellenplatz abgerutscht.

Rauher Wind weht nun in Bochum

Auch den Umgangston änderte der Coach, der seit dem 4. Dezember 2001 die Westfalen betreut. "Für den Spaß bin ich nicht mehr zuständig. Dafür muss die Mannschaft sorgen, indem sie Punkte holt", sagte Neururer, der vor dem Duell mit den Franken weiter in Optimismus macht: "Wir können noch immer bis zur Winterpause 20 Punkte erreichen. Das ist rechnerisch möglich." Allerdings müsste der VfL dann alle drei noch ausstehenden Spiele gegen Nürnberg, beim VfB Stuttgart und gegen den Hamburger SV gewinnen.

Um seinen Job muss der 49-Jährige trotz der Negativserie noch nicht fürchten. "Wir haben drei Jahre zusammen etwas aufgebaut. Wenn es mal nicht so gut läuft, sollte man das nicht alles in Frage stellen", sagte Vorstandsmitglied Dieter Meinhold. Allerdings kündigte Neururer bereits mehrfach an, persönlich Konsequenzen ziehen zu wollen, wenn er die Mannschaft nicht mehr erreichen sollte.

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