Jörg Berger soll neuer Trainer bei Hansa Rostock werden. Der 60-Jährige bestätigte ein Gespräch mit dem Rostocker Vereinsvorstand.

Berger als neuer Rostock-Coach im Gespräch

ds
17. November 2004, 11:55 Uhr

Jörg Berger soll neuer Trainer bei Hansa Rostock werden. Der 60-Jährige bestätigte ein Gespräch mit dem Rostocker Vereinsvorstand. "Perfekt ist es noch nicht. Aber ich denke, am Mittwoch ist alles klar", sagte Berger.

Jörg Berger soll bei Hansa Rostock die Trainer-Nachfolge des am Sonntag zurückgetretenen Juri Schlünz antreten und den Tabellenletzten vor dem Abstieg in die zweite Liga retten. Nach Verhandlungen am Dienstag liegt dem 60-jährigen Berger offenbar ein unterschriftsreifes Angebot der Rostocker vor. "Die Gespräche sind sicher sehr weit gediehen. Perfekt ist es noch nicht. Aber ich denke am Mittwoch ist alles klar", sagte der Coach dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"Feuerwehrmann" Berger

Der Job an der Ostsee scheint nahezu maßgeschneidert für Berger. Vor allem seine Qualitäten als "Retter in höchster Not" sind bei der inzwischen durch sieben Heimniederlagen in Folge völlig verunsicherten Mannschaft gefragt. "Wir brauchen einen Trainer, der uns endlich wieder das nötige Selbstvertrauen einflößt", hatte Mittelfeldspieler Thomas Rasmussen nach der peinlichen 0:6-Schlappe gegen den Hamburger SV gefordert.

Als gebürtiger Leipziger, der 1979 unter falschem Namen über das damalige Jugoslawien aus der DDR in den Westen flüchtete, hat sich Berger in seiner Karriere insbesondere als Motivationskünstler einen Namen gemacht. Legendär ist noch heute der Ausspruch seines Spielers Jan-Aage Fjörtoft, nachdem Berger 1999 Eintracht Frankfurt im spannendsten Abstiegs-Finale der Bundesliga-Geschichte bereits zum zweiten Mal vor dem Abstieg bewahrt hatte: "Der hätte sogar die Titanic gerettet."

"An das Unmögliche glauben"

Auch auf seiner letzten Station bei Alemannia Aachen, die er nach der vergangenen Saison auf eigenen Wunsch verließ, war er erfolgreich und hievte den Zweitligisten über das Erreichen des DFB-Pokalfinales (2:3 gegen Werder Bremen) in den UEFA-Cup. "Es war immer meine Stärke, an das Unmögliche zu glauben und andere ebenfalls davon zu überzeugen", meinte Berger. Gerade diese Stärke dürfte ihm auch geholfen haben, von der Diagnose Darmkrebs, am 8. November 2002, nicht umgeworfen zu werden. Nach erfolgreicher Operation sieht Berger das Leben mit anderen Augen, "denn ich habe Glück, dass ich noch lebe".

Das bevorstehende Antreten in Rostock wäre für Berger bereits seine 15. Trainerstation im Profifußball.

Autor: ds

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