Fünf Siege in Folge, Platz zwei in der Tabelle - eine bessere Bilanz hätte sich Ralf Rangnick seit seinem Amtsantritt bei Schalke 04 kaum wünschen können. Im Interview liebäugelt der Coach sogar mit Rang eins.

Rangnick: "Platz eins ist drin"

31. Oktober 2004, 10:52 Uhr

Fünf Siege in Folge, Platz zwei in der Tabelle - eine bessere Bilanz hätte sich Ralf Rangnick seit seinem Amtsantritt bei Schalke 04 kaum wünschen können. Im Interview liebäugelt der Coach sogar mit Rang eins.

Für Ralf Rangnick könnte es derzeit kaum besser laufen. Als neuer Trainer des FC Schalke 04 hat der 46-Jährige in fünf Spielen fünf Siege geholt und den Startrekord von Ivica Horvat gebrochen. "Wenn wir weiter gewinnen und die anderen nicht, ist Platz eins drin", so Rangnick im Interview.

Frage: "Sie haben mit mit dem grandiosen 3:2 gegen den VfB Stuttgart den fünften Bundesliga-Sieg in Folge errungen und damit den uralten Startrekord bei Schalke 04 von Ivica Horvat aus der Saison 1971/72 gebrochen. Erfüllt Sie diese Superserie seit ihrem Amtsantritt mit Stolz?"

Ralf Rangnick: "Ehrlich gesagt, dass interessiert mich wirklich nicht. Dafür, dass ich in den Geschichtsbüchern von Schalke 04 stehe, kann ich mir überhaupt nichts kaufen, wenn wir den Platz im internationalen Geschäft nicht packen sollten."

Frage: "Die Reise von Schalke ging in gut sechs Wochen vom Abstiegsplatz 17 auf Rang zwei hinter Überraschungs-Tabellenführer VfL Wolfsburg. Was ist für Schalke in dieser Saison noch möglich?"

Rangnick: "Die Nummer eins werden. Aber oben ist immer noch alles brutal eng. Wenn wir weiter gewinnen und die anderen nicht, ist Platz eins drin. Jetzt sind wir erst einmal da, wo wir auch am Ende der Saison sein wollen - unter den ersten Fünf."

Frage: "Schalke hat gegen den VfB einen Raketenstart hingelegt, führte nach nur 99 Sekunden mit 2:0. Haben Sie dafür eine Erklärung?"

Rangnick: "Eines vorweg: Ich kann mich nicht erinnern, so ein packendes Bundesligaspiel schon einmal erlebt zu haben. In der ersten Halbzeit war es ein fantastisches Fußballspiel, es hätten statt fünf auch acht Tore fallen können. Aber vorne im ICE-Tempo zu attackieren und hinten so sicher wie eine Berliner Mauer zu stehen, ist einfach schwierig. Unser Manager Rudi Assauer wurde erstmal richtig blass um die Nase, als ich ihm erklärte, wir spielen gegen Stuttgart mit Ailton, Sand, Asamoah und Lincoln."

Frage: "Haben Sie eine Erklärung, warum ihr Vorgänger Jupp Heynckes mit diesem Spielerkader, mit diesem Potenzial auf Schalke gescheitert ist?"

Rangnick: "Wenn die Mannschaft schon alles könnte und in den ersten Wochen der Saison mehr Glück gehabt hätte, würde ich wahrscheinlich nicht hier sein. Wir arbeiten hart daran, dass eine gute Mannschaft ihr großes Potenzial abruft. Aber wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns. Zum Beispiel waren wir heute längst noch nicht souverän, das heißt, dass wir nach oben noch viel Luft haben."

Frage: "Warum haben Sie Konterstürmer Ailton, der nach 38 Sekunden das 1:0 erzielte und gut spielte, nach 67 Minuten gegen Gustavo Varela ausgewechselt?"

Rangnick: "Toni war brandgefährlich, hat hervorragend gespielt und war in jeder Situation anspielbar. Aber nach einer Stunde brauchten wir Entlastung. Deshalb brachte ich Varela. Dann hat der VfB die Bälle nur noch vorne reingeschlagen, es war nur noch Langholz zu sehen."

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