Die Bundesligapartie am Samstag gegen seinen alten Verein VfB Stuttgart könnte für den Schalker Trainer Ralf Rangnick zu einem Rekordspiel werden. Mit fünf Bundesliga-Siegen ist noch kein

Rangnick beim Spiel gegen Stuttgart auf Rekordjagd

29. Oktober 2004, 12:13 Uhr

Die Bundesligapartie am Samstag gegen seinen alten Verein VfB Stuttgart könnte für den Schalker Trainer Ralf Rangnick zu einem Rekordspiel werden. Mit fünf Bundesliga-Siegen ist noch kein "Knappen"-Coach gestartet.

Für Ralf Rangnick könnte der kommende Bundesliga-Samstag ein ganz Besonderer werden. Nicht nur, dass der neue Übungsleiter des FC Schalke 04 auf seinen alten Klub, den VfB Stuttgart, trifft. Bei einem Erfolg gegen den Tabellenzweiten wäre der 46-Jährige außerdem neuer Rekordtrainer bei den "Königsblauen" - mit fünf Bundesliga-Siegen ist noch kein Fußball-Lehrer in seinen Job beim Traditionsklub gestartet.

Doch die persönliche Bilanz interessiert den Schwaben, der wie Ivica Horvath 1971 seine ersten vier Spiele gewann, wenig. "Das ist etwas für Statistiker, aber nicht für mich", sagt Rangnick und richtet den Blick vielmehr auf die guten Aussichten seines neuen Arbeitgebers: "Ich weiß, dass wir eine Riesenchance haben. Wenn wir gewinnen, haben wir binnen acht Tagen neun Punkte auf den VfB gutgemacht."

Europapokalplatz in Sicht

Mit dem fünften Sieg in Folge würde Schalke Stuttgart überholen und erstmals in dieser Saison auf einen Europapokal-Platz klettern. Und ganz nebenbei mit der längsten Siegesserie den Vereinsrekord einstellen. Insgesamt viermal gewannen die Königsblauen fünf Partien hintereinander, zuletzt in der Saison 2001/02.

Die Partie gegen Stuttgart ist für Rangnick kein Spiel wie jedes andere. "Im Grunde ist es ein Spiel gegen die eigene Heimat, denn Stuttgart ist sicher mein familiärer Mittelpunkt", sagt der Schwabe, der in Backnang geboren und beim VfB sportlich groß geworden ist. "Ich habe fünf Jahre in der Jugend gespielt, war Amateur- und Jugendtrainer und später zweieinhalb Jahre Cheftrainer. " Besondere Emotionen will er dennoch nicht zeigen: "Mein Puls wird nicht höher schlagen als sonst.

Den Stuttgarter Jugendstil, der den VfB in den vergangenen Jahren unter Felix Magath bis in die Champions League führte, hat auch Rangnick zu einem Teil mitzuverantworten. Aus seiner Zeit als Jugendcoach kennt er viele der heutigen VfB-Profis. Schon früh war ihm klar, dass da einige besondere Talente heranreiften. "Dass Alexander Hleb ein guter Fußballer ist, hätte auch meine Oma gesehen."

Rangnick entdeckte auch Bordon

Einen anderen Bundesliga-Profi, der in Stuttgart zum Star wurde, holte er ebenfalls: Marcelo Bordon. Den Brasilianer, der jetzt in Gelsenkirchen wieder unter ihm spielt, lockte er vor fünf Jahren aus Sao Paulo ins Schwabenland. Auf einer vorherigen Brasilien-Tour sah er damals in Belo Horizonte auch einen 15-Jährigen mit dem Künstlernamen Ronaldo. "Das war das achte Weltwunder", erinnert sich Rangnick.

Eine Reise in die Vergangenheit ist die Partie am Samstag auch für Bordon. "Ich habe fünf Jahre in Stuttgart gespielt und hatte dort eine schöne Zeit", sagt der 28 Jahre alte Nationalspieler, der noch beste Kontakte zu seinen alten Kollegen pflegt: "Natürlich habe ich noch gute Freunde in der Mannschaft, mit denen ich regelmäßig telefoniere, zum Beispiel Kevin Kuranyi und Fernando Meira, auf die ich mich freue."

Bordon: Schalke hat die besten Fans

Das Kapitel Stuttgart ist seit dem Wechsel im Sommer für geschätzte 4,5 Millionen Euro zu Schalke Vergangenheit. Den Umzug in den Ruhrpott hat Bordon trotz des Hickhacks um den vorzeitigen Transfer nicht bereut. "Mit dem Wechsel habe ich alles richtig gemacht. Die Fans hier sind besser als bei den Corinthians, und das sind die besten in ganz Brasilien."

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