Die WM in der Schweiz wird für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zu einem Debakel. 68 Stunden nach der 1:2-Pleite gegen Frankreich und dem Ende aller Viertelfinalträume verlor das Team von Bundestrainer Uwe Krupp auch zum Auftakt der sportlich bedeutungslosen Abstiegsrunde 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) gegen Dänemark. Damit leistete sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erstmals vier Pflichtspielniederlagen in Folge unter Krupp.

Deutschland - Dänemark 1:3 (1:1, 0:0, 0:2)

Eishockey-WM wird zum Debakel

Thomas Lipinski (sid)
01. Mai 2009, 18:37 Uhr

Die WM in der Schweiz wird für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zu einem Debakel. 68 Stunden nach der 1:2-Pleite gegen Frankreich und dem Ende aller Viertelfinalträume verlor das Team von Bundestrainer Uwe Krupp auch zum Auftakt der sportlich bedeutungslosen Abstiegsrunde 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) gegen Dänemark. Damit leistete sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erstmals vier Pflichtspielniederlagen in Folge unter Krupp.

Das zweite WM-Tor von NHL-Profi Christoph Schubert von den Ottawa Senators (14.) reichte auch im vierten Spiel nicht zum ersten Sieg. Die NHL-Stürmer Mikkel Bödker von den Phoenix Coyotes (11.) und Peter Regin (Ottawa/50.) sowie Nichlas Hardt (54.) besiegelten die erste Pleite der DEB-Auswahl gegen den Weltranglisten-13. seit dem WM-Abstieg 2005 (2:3).

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/731-1753_preview.jpeg Muss sich auf harsche Kritik einstellen: Bundestrainer Uwe Krupp. (Foto: firo)[/imgbox]
Vor 4241 Zuschauern in der Allmend-Halle bot das Krupp-Team erneut eine enttäuschende Leistung. Ein Jahr vor der Heim-WM verspielte die deutsche Mannschaft, die in der Vorbereitung die Dänen noch zweimal souverän mit 3:0 und 7:2 besiegt hatte, weiteren Kredit. Schon vor den letzten beiden Spielen am Sonntag (12.15 Uhr) gegen Österreich und am Montag (12. 15 Uhr) gegen Ungarn ist das Turnier bereits völlig verkorkst.

Eine Trotzreaktion hatte Krupp von seiner Mannschaft nach der schwachen Leistung gegen Frankreich gefordert. "Hängende Köpfe und Selbstmitleid helfen niemandem", sagte der Bundestrainer, der sein Team nur auf einer Position umgestellt hatte. Für den Krefelder Patrick Hager rückte der nachgemeldete Berliner Andre Rankel in den zweiten Sturm. Verteidiger Nikolai Goc von den Hannover Scorpions, den Krupp ebenfalls für die Abstiegsrunde nachnominiert hatte, musste dagegen zuschauen. Die angeschlagenen Abwehrspieler Schubert (Knieprobleme) und Chris Schmidt (grippaler Infekt) meldeten sich rechtzeitig fit.

Die DEB-Auswahl knüpfte zunächst nahtlos an das Frankreich-Spiel an. Wieder lief in der Offensive wenig zusammen, die Defensive produzierte zum Teil haarsträubende Fehler. So liefen sich Kapitän Andreas Renz und Frank Hördler gegenseitig über den Haufen und ermöglichten Bödker das 0:1. Einzig Torhüter Dimitri Pätzold hatte es das Krupp-Team zu verdanken, dass es nicht noch höher in Rückstand geriet. Der Goalie der Hannover Scorpions, bislang der beste deutsche WM-Spieler, verhinderte mit mehreren Paraden das 0:2. Der Ausgleich fiel nach einem Konter: Schubert, der zuvor noch Pech mit einem Lattenschuss gehabt hatte (4.), schlenzte den Puck ins Netz. Im zweiten Durchgang ging die deutsche Mannschaft etwas konzentrierter und engagierter zu Werke. Zwangsläufig ergaben sich Torchancen, doch der Knoten wollte nicht platzen. Vor allem die Paradereihe mit Michael Wolf, Michael Hackert und Philip Gogulla ließ beste Möglichkeiten aus. Wolf, der in den letzten beiden Spielen gegen die Dänen vier Tore erzielt hatte, scheiterte nach Hackert-Pass kläglich (22.). Gogulla konnte selbst völlig frei aus einem Meter Torhüter Patrick Galbraith nicht überwinden (28.). Auch in drei Überzahlsituationen sprang nichts Zählbares heraus.

Österreich hat dagegen dank Superstar Thomas Vanek den ersten Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Zum Auftakt der Relegation gewannen die Österreicher am Freitag in Zürich das Aufsteigerduell gegen Ungarn 6:0 (1:0, 3:0, 2:0) und treffen am Sonntag (12.15 Uhr live im DSF) auf den nächsten WM-Gastgeber Deutschland. NHL-Star Vanek, der für die Buffalo Sabres 40 Saisontore erzielte, war mit zwei Assists und dem Treffer zum 4:0 zusammen mit Thomas Koch der überragende Mann auf dem Eis. Koch erzielte einen Dreierpack, einmal trafen zudem Oliver Setzinger und Roland Kaspitz.

Autor: Thomas Lipinski (sid)

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