Die Liste ist lang und führt dem VfL Bochum seit Jahren gnadenlos die Grenzen des Machbaren vor Augen.

VfL: Sestak soll nicht auf die Liste des Grauens

Gekas und Co. warnende Beispiele

sid
02. Mai 2009, 08:55 Uhr

Die Liste ist lang und führt dem VfL Bochum seit Jahren gnadenlos die Grenzen des Machbaren vor Augen.

Theofanis Gekas, Thomas Christiansen, Vahid Hashemian, Peter Madsen, Paul Freier - Saison für Saison lachte sich die Konkurrenz ins Fäustchen und kaufte dem chronisch klammen Fußball-Bundesligisten für wenig Geld die besten Stürmer ab. Doch die Zeiten, in denen der VfL einer Schaubühne mit gut ausgeleuchtetem Seitenausgang glich, sollen nun vorbei sein. Vor allem der Name Stanislav Sestak soll wenn möglich nie auf der Liste des Grauens auftauchen. "Die Zeiten haben sich geändert. Wir sind zwar immer noch nicht auf Rosen gebettet, aber wir müssen nicht mehr zwangsläufig verkaufen", sagt Manager Thomas Ernst und fügt mit Blick auf Sestak hinzu:

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"Stand jetzt würde ich ihn als unverkäuflich bezeichnen." Vor dem Duell mit Hannover 96 am Freitagabend erzielte der Stürmer die letzten fünf Bochumer Tore, darunter einen Dreierpack beim 3:0 in Hoffenheim. Der Slowake ist der große Hoffnungsträger im Abstiegskampf, zumal Torjäger Diego Klimowicz derzeit verletzt ist. In bislang 56 Ligaspielen für den VfL schoss Sestak 22 Tore und bereitete 12 vor. Doch nicht nur die sportlichen Qualitäten des schnellen Angreifers schätzen sie in Bochum. Der 26-Jährige ist bescheiden und lernfähig. Als er vor ein paar Wochen im Formtief steckte und ihn Trainer Marcel Koller auf die Bank setzte, bot sich Sestak derart hartnäckig im Training wieder an, dass Koller nicht mehr an ihm vorbei konnte.

Es folgte die aktuelle Torserie. "Ich bin dem VfL unheimlich dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, in der Bundesliga zu spielen", sagt Sestak, der im Sommer 2007 für 750.000 Euro aus seiner Heimat von MSK Zilina ins Ruhrgebiet wechselte. Und er meint diesen Satz ernst. Als im Winter Herbstmeister Hoffenheim anfragte, erteilte nicht nur der VfL, sondern auch Sestak persönlich eine Absage. Der Vertrag des 21-maligen Nationalspielers (6 Tore) läuft 2011 aus, und Manager Ernst macht sich Hoffnungen, ihn sogar verlängern zu können: "Das ist schwer, aber wir werden mal sehen."

Vermutlich würde Sestak sofort unterschreiben, wenn er sich vor Augen führte, was aus den VfL-Stürmern geworden ist, die es in den vergangenen Jahren außerhalb der beschaulichen Bochumer Fußball-Welt probiert haben. Gekas wechselte als Torschützenkönig nach der Saison 2006/07 zu Bayer Leverkusen, konnte sich nicht durchsetzen und wurde im Winter zum FC Portsmouth abgeschoben. In der Premier League versauert er auf der Ersatzbank. Christiansen ging nach der Saison 2002/03, in der er gemeinsam mit Giovane Elber die Torjägerkanone holte, zu Hannover 96. Für die Niedersachsen erzielte er in drei Spielzeiten zwölf Tore und beendete 2006 nach zwei Operationen am Schienbein seine Karriere.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/174-5256_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
Hashemian schoss 2003/2004 für den VfL 16 Tore, ging dann zum FC Bayern und wurde, ohne ein einziges Ligator erzielt zu haben, ein Jahr später nach Hannover weitergereicht. Dort enttäuschte er genauso wie nun wieder beim VfL, der längst bereut haben dürfte, ihn zurückgeholt zu haben. Peter Madsen erging es nicht besser. Nach seinem Wechsel 2005 zum 1. FC Köln erzielte der Däne in 21 Spielen für die Geißböcke kein einziges Tor und lässt derzeit mit mäßigem Erfolg seine Karriere bei Bröndby Kopenhagen ausklingen.

Auch die Karriere von Paul Freier, 2004 für 3,5 Millionen Euro nach Leverkusen gewechselt, nahm nicht den erwartet positiven Verlauf. Genau wie Hashemian brachte auch er nach seiner Rückkehr zum VfL bislang bislang nicht den gewünschten Erfolg.

Autor: sid

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