Schalkes „U23“ ist am Tiefpunkt angekommen. Mit der 2:4-Heim-Niederlage gegen die Sportfreunde aus Lotte, die fünfte Pleite aus den vergangenen sechs Partien, verabschiedete sich der letztjährige Regionalligist ins Niemandsland der vierten Klasse.

SCHALKE U23 - Assauer kam um neun

hb
22. Oktober 2004, 10:51 Uhr

Schalkes „U23“ ist am Tiefpunkt angekommen. Mit der 2:4-Heim-Niederlage gegen die Sportfreunde aus Lotte, die fünfte Pleite aus den vergangenen sechs Partien, verabschiedete sich der letztjährige Regionalligist ins Niemandsland der vierten Klasse.

Schalkes „U23“ ist am Tiefpunkt angekommen. Mit der 2:4-Heim-Niederlage gegen die Sportfreunde aus Lotte, die fünfte Pleite aus den vergangenen sechs Partien, verabschiedete sich der letztjährige Regionalligist ins Niemandsland der vierten Klasse.

Während Amateur- und Jugend-Koordinator Bodo Menze bereits prophezeite - „Wenn wir so weiter spielen, sind wir der Abstiegs-Kandidat Nummer eins“ – erreichte die Krise des Bundesliga-Unterbaus inzwischen höchste Club-Instanzen. Nachdem Chef-Coach Ralf Rangnick in der zurück liegenden Woche das Gespräch mit den Jungprofis suchte, nahm Manager Rudi Assauer die Mannschaft in einer Sondersitzung am frühen Dienstag um neun Uhr mit deutlichen Worten in die Verantwortung. Warum Trainer Gerd Kleppinger aber nicht zur Disposition steht, erklärt er im folgenden Interview mit RevierSport.

Gerd Kleppinger, was hat Rudi Assauer der Mannschaft gesagt?
Er hat ihr den Spiegel vorgehalten, so wie sich derzeit präsentiert. Ich hoffe, dass jetzt jedem einzelnen klar ist, worum es hier geht. Wer jetzt nicht weiß, was die Uhr geschlagen hat, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Warum schmeißt er nicht einfach den Trainer raus, so wie es in den meisten anderen Vereinen passieren würde?
Ich glaube, dass jeder weiß, dass wir bisher unter schwierigen Bedingungen arbeiten mussten. Das soll keine Entschuldigung für die Leistungen in den Spielen sein, aber wir haben im Sommer eine neue Truppe zusammen gestellt, die danach aber nie komplett zur Verfügung stand. Wir haben uns bisher nicht als Mannschaft präsentiert, wir waren keine verschworene Gemeinschaft, es gab zu viele Eifersüchteleien.

Was sollte sich an diesem Zustand ändern? Die Jungprofis werden doch auch weiterhin nach Bedarf zum Profikader hoch gezogen!
Das ist richtig. Nach dem Trainerwechsel kamen sie erst einmal alle wieder runter und waren natürlich auch enttäuscht, dass es mit der Bundesliga noch nicht geklappt hat. Ich denke, dass das ständige Hin und Her zwischen den beiden Abteilungen nicht mehr vorkommt.

Sie selbst haben nach dem 2:4 gegen Lotte den Ort der Schande fluchtartig verlassen. Konnten Sie sich das alles nicht mehr antun?
Das auch, weil ich mich ein wenig vor mir selbst schützen wollte. In meinem ersten Ärger hätte ich da sicher das Falsche gesagt. Aber wichtiger war mir, ein Zeichen zu setzen. Die Jungs sollten mal alleine mit der Situation fertig werden und sich untereinander ins Gesicht sagen, was sie sich bei solch einer Vorstellung gedacht haben. Ich wollte eine Reaktion provozieren und hoffe, dass die jetzt kommt.

Ausgerechnet in Wattenscheid, wo selbst der Baum brennt?
Man sagt, dass Trainerwechsel immer etwas bewirken. Was in Wattenscheid los ist, interessiert mich aber nicht so sehr. Wir wollen und müssen gewinnen, damit die Talfahrt endet. Ich möchte auf dem Platz eine Schalker Mannschaft sehen, die sich auch als solche versteht und präsentiert. Gegen Lotte haben wir 70 Minuten nicht schlecht gespielt, aber dann drei Dinger in vier Minuten zu kassieren, das geht überhaupt nicht. Da ist Charakter gefragt, dass wir den haben, können wir am Sonntag am besten beweisen.

Autor: hb

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