Jörg Böhme steht offenbar vor dem Abschied vom FC Schalke 04.

SCHALKE - Böhme denkt an Abflug im Winter

hb
21. Oktober 2004, 10:03 Uhr

Jörg Böhme steht offenbar vor dem Abschied vom FC Schalke 04.

Jörg Böhme steht offenbar vor dem Abschied vom FC Schalke 04. In einem Interview mit der Sport-Bild erklärte der 30-Jährige, er könne sich vorstellen, den Verein im Winter zu verlassen. „Ich wünsche mir möglichst bald eine ehrliche Aussprache mit dem Trainer. Er wird schnell spüren, dass ich mich nicht hängen lasse. Wenn Rangnick nicht auf mich setzt - schade. Dann aber habe ich Klarheit und kann mir im Winter einen neuen Klub suchen. Auch wenn es mir das Herz brechen würde“, sagte Böhme, der bei den Königsblauen noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006 plus Option zur Verlängerung besitzt.

Das „enfant terrible“, im Sommer 2000 von Arminia Bielefeld zum FC Schalke gewechselt und dort zweimaliger DFB-Pokalsieger, war in den vergangenen Jahren immer wieder in die negativen Schlagzeilen geraten. Ein beim Verein unangemeldeter Umzug in das 130 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt in Ostwestfalen liegende Steinhagen, ein angeblicher Verrat von Mannschaftsinterna an seinen Leverkusener Freund Bernd Schneider vor dem Bundesligaduell gegen Bayer, eine körperlichgeführte Auseinandersetzung mit S04-Torwart Frank Rost beim Edelitaliener „La Scala“ sowie zuletzt die Rangelei mit einem Fotografen in einer Bielefelder Diskothek befleckten Böhmes Vita. Schalke-Manager Rudi Assauer gab dem zehnfachen Nationalspieler immer wieder die Chance zur Bewährung.

Nach seinem Kreuzbandriss am 5. Juli 2003 beim Vorbereitungsspiel in Aue und der folgenden halbjährigen Verletzungspause konnte Böhme aber nie an seine frühere Form anknüpfen und ist auch nach dem Schalker Trainerwechsel von Jupp Heynckes zu ralf Rangnick sportlich nur zweite Wahl. „Schalke ist mein Verein. Ich bin im fünften Jahr hier, länger als bei jedem anderen Klub. Eigentlich will ich meinen Vertrag bis 2006 plus Option erfüllen, auf Schalke die Karriere beenden. Dass ich immer noch Publikumsliebling bin, ist für mich der wichtigste Gradmesser. Die Leute stehen zu mir, weil sie sehen, wer ehrlich arbeitet. Das allein zählt“, sagte Böhme, wohl wissend, dass seine Tage auf Schalke gezählt sein könnten.

Autor: hb

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