Klaus Toppmöller kann sich nach seiner Beurlaubung beim Hamburger SV eine Retourkutsche gegen seinen Ex-Klub nicht verkneifen.

Toppmöller schießt gegen den HSV

19. Oktober 2004, 13:15 Uhr

Klaus Toppmöller kann sich nach seiner Beurlaubung beim Hamburger SV eine Retourkutsche gegen seinen Ex-Klub nicht verkneifen. " Immer nur Ausreden" wirft "Toppi" seiner ehemaligen Mannschaft vor.

Klaus Toppmöller hat sich vom Hamburger SV nicht verabschiedet, ohne noch einmal Luft abzulassen. Nach seiner Beurlaubung bei dem Bundesligisten hat Toppmöller mit Vorstand, Aufsichtsrat und Spielern abgerechnet. Vor allem die Profis seien nicht selbstkritisch gewesen. "Mal fehlte die Rückendeckung des Trainers, mal war ein Länderspiel schuld. Oder die Frau war krank. Immer nur Ausreden", warf der 53-Jährige seiner ehemaligen Mannschaft in Sport Bild vor.

Toppmöller wurde nach der 0:2-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld am Samstag beurlaubt. Unter seiner Leitung hatte die Mannschaft zuletzt neun von elf Pflichtspielen verloren und steht zurzeit auf dem letzten Tabellenplatz. Seit Montag ist Thomas Doll neuer Trainer beim HSV.

"Hier fehlt die Verhältnismäßigkeit"

Gescheitert sei er auch an den Ansprüchen des Vereins, meinte Toppmöller: "Hamburg ist eine Weltstadt, und so fühlen sich auch alle im Verein. Daraus leiten sie ab, dass der HSV Weltklub ist. Aber da fehlt die Verhältnismäßigkeit." Die Mannschaft sei im Umruch, das erfordere Geduld, meinte der 53-Jährige, der seinen Job beim HSV erst am 23. Oktober 2003 angetreten hatte: "Aber die hat hier keiner."

Auch den Aufsichtsrat, der schon länger kritisch gegenüber dem "unhanseatischen" Rivenicher eingestellt gewesen sein soll, schloss Toppmöller bei seiner Kritik nicht aus: "Wer sind diese Leute eigentlich? Keiner von denen ist je zu mir gekommen und hat mir gesagt, was schlecht läuft. Das haben die immer nur hintenrum gemacht und so Stimmung gegen mich gemacht."

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