Vor dem ersten offiziellen Wiedersehen mit seinem Ex-Klub will Stuttgarts Trainer Matthias Sammer nur Fragen zu der Partie beantworten. Fragen zur Gesamtsituation des BVB will der Stuttgarter Coach nicht hören.

Sammer verpasst sich vor BVB-Spiel einen Maulkorb

er
14. Oktober 2004, 16:47 Uhr

Vor dem ersten offiziellen Wiedersehen mit seinem Ex-Klub will Stuttgarts Trainer Matthias Sammer nur Fragen zu der Partie beantworten. Fragen zur Gesamtsituation des BVB will der Stuttgarter Coach nicht hören.

Die ganze Konzentration gilt dem Spiel gegen Borussia Dortmund. Stuttgarts Trainer Matthias Sammer verbittet sich vor der Partie gegen seinen Ex-Klub am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) alle unliebsamen Fragen zur chaotischen Situation bei den Westfalen. Offensichtlich will sich der Coach seine Munition für einen späteren Zeitpunkt aufheben.

"Ich verfolge zwar, was da passiert, weil ich ja nicht in einem luftleeren Raum lebe. Aber im Vorfeld des Spiels werde ich mich mit keiner Silbe zu dem Thema äußern", sagte der 37-Jährige und warnte seine Spieler sogleich davor, den finanziell und sportlich angeschlagenen Gegner zu unterschätzen: "Das ganze Drumherum in Dortmund darf uns nicht in Sicherheit wiegen. Es gibt unglaubliche Diskussionen in und um den Verein."

Wohin die laut Sammer unglaublichen Diskussionen im Umfeld des BVB führen können, bekam der 51-malige Nationalspieler zum Ende der vergangenen Saison persönlich zu spüren. Zwar steht der Name Sammer noch immer für die erfolgreichste Zeit in der BVB-Geschichte, doch nach einer sportlich enttäuschenden Spielzeit einigte sich Europas Fußballer des Jahres 1996 mit dem derzeit auf der Kippe stehenden BVB-Präsidenten Gerd Niebaum am 30. Mai "einvernehmlich" auf die Auflösung des Vertrags.

Wechsel nach Stuttgart war Glücksgriff für Sammer

Für Sammer, der zwischen 1993 und 2004 für die Borussia 115 Bundesliga-Spiele sowie weitere 114 als Trainer absolvierte, ein wahrer Glücksfall. Denn als Nachfolger des zum deutschen Rekordmeister Bayern München gewechselten Felix Magath hielt Sammer den VfB in der Erfolgsspur und überzeugte das zuvor zweifelnde Umfeld mit elf Pflichtspielen ohne Niederlage. Mit einem weiteren Heimsieg am Samstag kann der VfB die Dortmunder in das untere Tabellendrittel schießen und vorübergehend sogar Klassenprimus VfL Wolfsburg ablösen. "Die Situation sollte Selbstvertrauen geben, wir haben viel Qualität", meinte Sammer.

Von Selbstvertrauen ist in Dortmund derzeit dagegen nur wenig zu spüren. Während Sammer mit seinem Team voll im Soll liegt, hat sein Nachfolger Bert van Marwijk mit dem BVB erst magere acht Zähler auf der Habenseite verbuchen können. Zwar lässt der Holländer wie von der angegriffenen Vorstandschaft erwünscht ansehnlichen Offensivfußball spielen, doch am Ende zählen wie immer nur die Resultate - und da hat sein Vorgänger die Nase deutlich vorne. "Man kann auch feststellen: Seit ich da bin, hat die Mannschaft acht Spiele nicht verloren", reagiert Marwijk gereizt auf die Vergleiche mit dem Dortmunder Ex-Trainer.

Autor: er

Kommentieren