Auch wenn bei Borussia Dortmund derzeit einiges nicht nach Plan läuft, will Präsident Dr. Gerd Niebaum vorerst nicht zurücktreten. Spätestens für die Neuwahlen 2006 kündigte der Jurist allerdings seinen Rückzug an.

BVB-Präsident Niebaum kämpft weiter um sein Amt

tw
14. Oktober 2004, 17:09 Uhr

Auch wenn bei Borussia Dortmund derzeit einiges nicht nach Plan läuft, will Präsident Dr. Gerd Niebaum vorerst nicht zurücktreten. Spätestens für die Neuwahlen 2006 kündigte der Jurist allerdings seinen Rückzug an.

Gerd Niebaum hält auf der Kommandobrücke des von finanziellen Problemen geplagten Bundesligisten Borussia Dortmund weiter verzweifelt die Stellung. Am Donnerstag versuchte der BVB-Präsident erneut, die geballte öffentliche und veröffentlichte Kritik abzuwehren, bestätigte aber seinen Rückzug spätestens bei den im WM-Jahr 2006 anstehenden Wahlen in Dortmund.

"Werde weiter kämpfen"

Am Donnerstag war beim BVB Krisensitzung angesagt, und die Spekulationen über eine vorzeitige Demission Niebaums noch vor der Jahreshauptversammlung am 14. November rissen nicht ab. In der Westfälischen Rundschau wurde Niebaums Vorgänger Reinhard Rauball schon als sein Nachfolger gehandelt. Niebaum sagt aber entschlossen: "Ich habe eine Verpflichtung gegenüber dem Verein. Ich habe gekämpft und werde mit Michael Meier weiter kämpfen." Es sei eine "sehr schwierige Situation", bekannte Niebaum in der Bild-Zeitung: "Ich weiß, dass ich fertiggemacht werden soll." Er wisse aber auch, dass "ich einen schweren Fehler gemacht habe." Der 55-Jährige, der seit 1986 amtiert, will dennoch trotz aller Anfeindungen weitermachen. BVB-Pressesprecher Josef Schneck sagte dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Davon gehe ich aus, mir ist nichts anderes bekannt."

In einer offiziellen Erklärung des börsennotierten Klubs nahm Niebaum am Donnerstag Stellung zur aktuellen Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung und gab zu, den in dem Blatt veröffentlichten Brief des Großaktionärs Florian Homm "unter Zeitdruck vor der Bilanzpressekonferenz" unterzeichnet zu haben. Unterzeichner waren Niebaum und Manager Michael Meier. "Ich habe diesen Brief als Goodwill-Erklärung verstanden, um die Kapitalerhöhung nicht zu gefährden und um Schaden von Borussia Dortmund abzuwenden", heißt es in der Erklärung Niebaums weiter.

Nach Gesprächen mit Homm habe dieser bestätigt, "dass die Zeichnung neuer Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung ohne Bedingungen erfolgt sei. Mit dieser Erklärung war für Michael Meier und mich klar, dass über den Inhalt neu verhandelt werden konnte".

Brief vom 7. Oktober "hat nie vorgelegen"

Ein weiterer Brief vom Donnerstag, 7. Oktober, habe "dem BVB nie vorgelegen. Diesen Brief hat Florian Homm gegenüber uns und gegenüber den Medien als Fälschung bezeichnet. Wie und warum der Brief zur Süddeutschen Zeitung gelangte, weiß ich nicht", erklärte Niebaum: "Die Aussage, dass wir nichts unterschrieben haben, bezog sich ausschließlich auf das Schreiben vom 7. Oktober, das wir nicht erhalten haben." Niebaum legte Wert auf die Feststellung, dass der Aufsichtsrat der Borussia am Sonntag, 10. Oktober, "über alle Schritte der Geschäftsleitung eingehend informiert worden ist".

Autor: tw

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