Bei Bundesligist Borussia Dortmund will der frühere Schatzmeister Werner Wirsing einen Antrag zur personellen Trennung des Vereinspräsidenten und des Geschäftsführers stellen. Dann müsste Gerd Niebaum ein Amt aufgeben.

Niebaum soll ein Amt abgeben

13. Oktober 2004, 11:40 Uhr

Bei Bundesligist Borussia Dortmund will der frühere Schatzmeister Werner Wirsing einen Antrag zur personellen Trennung des Vereinspräsidenten und des Geschäftsführers stellen. Dann müsste Gerd Niebaum ein Amt aufgeben.

Bei Bundesligist Borussia Dortmund muss sich Präsident Gerd Niebaum offenbar mit internen Veränderungen anfreunden. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung will der frühere BVB-Schatzmeister Werner Wirsing der Mitgliederversammlung am 14. November einen Antrag zur personellen Trennung des Vereinspräsidenten und des Geschäftsführers des börsennotierten Unternehmens stellen. Niebaum bekleidet bisher beide Ämter und müsste bei einer Annahme der Satzungsänderung zumindest eines abgeben.

Einfluss von Großaktionären eindämmen

Mit seinem Antrag will der Dortmunder Unternehmer Wirsing, der im Verein hohes Ansehen genießt, auch den Einfluss des neuen Großaktionärs Florian Homm eindämmen. "Leute wie Homm müssen als reine Finanzinvestoren von unserem Verein und seinen Gremien unbedingt fern gehalten werden", sagte Wirsing der SZ: "Das steht auch so in der Satzung. Aber offenbar sollen Homm nun sogar Plätze im Vereinsgremium Beirat gewährt werden." Das müsse verhindert werden.

Der Fondsmanager und Neckermann-Erbe Homm hält nach eigenen Angaben 25 Prozent der BVB-Aktien, kontrolliert nach Insider-Angaben aber noch mehr Anteile. Mit den Geschäftsführern Niebaum und Michael Meier soll es eine Vereinbarung geben, dass Homms "FM Fund Limited" drei Positionen im Beirat und zwei im Aufsichtsrat erhalten soll.

Niebaum fühlt sich ungerecht behandelt

Niebaum gab derweil im DSF zu, dass ihn die Kritik der vergangenen Wochen getroffen habe. "Es tut schon weh, wenn Sie das so lange gemacht haben und Ihnen immer wieder neu suggeriert wird, der Niebaum ist ein Schädling und ein Schuft", sagte der Wirtschaftsjurist, der seit 18 Jahren BVB-Präsident ist in der Sendung "Becker 1:1": "Da macht man sich morgens und abends Gedanken, wie man den Verein in ruhiges Fahrwasser bringen kann - wenn Ihnen diese gute Absicht einfach abgesprochen wird, das tut dann schon weh. Das Schlimmste sind bösartige Gerüchte, die in dieser Situation entstehen."

Der Börsengang des BVB, der im Oktober 2000 einen Emissionserlös von 130 Millionen Euro brachte, sei "sicherlich ein Pilotprojekt für den deutschen Fußball" gewesen. "Ich will nicht verhehlen, dass es ein sehr lehrreicher und teilweise schmerzhafter Prozess ist", sagte Niebaum, der am vergangenen Freitag einen Rekordverlust von 67,7 Millionen und Verbindlichkeiten in Höhe von 118,8 Millionen Euro verkünden musste: "Jetzt sind wir wieder da gelandet, wo manche anderen börsennotierten Unternehmen auch gelandet sind - auf dem harten Boden der Realität."

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