Bundesligist VfL Bochum ist nach dem 1:1 im UEFA-Cup-Rückspiel gegen Standard Lüttich ausgeschieden. In der Nachspielzeit kamen die Gäste zum Ausgleich. Im Hinspiel hatten sich beide Mannschaften in Lüttich 0:0 getrennt.

Drama! Bochum in Nachspielzeit K.O.

jso
30. September 2004, 22:32 Uhr

Bundesligist VfL Bochum ist nach dem 1:1 im UEFA-Cup-Rückspiel gegen Standard Lüttich ausgeschieden. In der Nachspielzeit kamen die Gäste zum Ausgleich. Im Hinspiel hatten sich beide Mannschaften in Lüttich 0:0 getrennt.

Der VfL Bochum ist als einziger Bundesligist schon in der ersten Runde des UEFA-Cups gescheitert und muss eine der größten Enttäuschungen seiner Klubgeschichte verkraften. Sieben Jahre nach dem bislang einzigen Auftritt auf der europäischen Fußball-Bühne kamen die Westfalen nach dem 0:0 im Hinspiel gegen den belgischen Ex-Meister Standard Lüttich nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und verpassten dadurch den Einzug in die neu geschaffene Gruppenphase, zusätzliche Millionen-Einnahmen und jede Menge Prestige.

Vor 23.356 Zuschauern im ausverkauften Ruhrstadion reichte den Gastgebern der Führungstreffer des Ex-Hamburgers Marcel Maltritz unmittelbar vor der Pause nicht. Wiston Curbelo besiegelte mit Lüttichs Ausgleich in der Nachspielzeit den bitteren K.o. der Hausherren.

Der VfL setzte von Beginn an Neururers Forderungen nach druckvollem Angriffsspiel um. Dennoch lief die Partie vor 23.356 Zuschauern im ausverkauften Ruhrstadion für die Gastgeber nicht nach Plan. Denn am Standard-Strafraum war für die Bochumer meistens Endstation. Ein Schuss des Dänen Tommy Bechmann (10.), der Lüttichs Torwart Vedran Runje zu einer Glanzparade zwang, war noch die beste VfL-Chance in der ersten halben Stunde.

Die Lütticher blieben dagegen durch Konter stets gefährlich und waren dem Tor, das auch sie zum Einzug in die Gruppenphase benötigten, zunächst näher als die Platzherren. Mohamed Tchite (12.) und Karel Geraerts (25.) verfehlten das Gehäuse von VfL-Keeper Rein van Duijnhoven nach schnellen Gegenstößen nur um Zentimeter.

Umso überraschender fiel die Führung des VfL, der sich einmal mehr auf seine einstudierten Varianten nach Standardsituationen verlassen konnte. Einen Freistoß von Kapitän Dariusz Wosz, der als einziger Spieler aus dem aktuellen Bochumer Kader schon 1997 für den VfL im Europacup mitgespielt hatte, köpfte Mittelfeldspieler Maltritz unhaltbar für Runje ein.

Nach der Pause bot sich zunächst das gleiche Bild. Die Bochumer waren bemüht, weiter Druck auszuüben, die besseren Chancen hatte aber der achtmalige belgische Meister. In der 55. Minute verpassten die Gäste den Ausgleich nur um Zentimeter, als Oguchi Onyewu aus kurzer Distanz nur den Innenpfosten traf. Auch Juan Ramon Curbelo (60. und 74.) verpasste das 1:1 für die stärker werdenden Belgier nur knapp. Angetrieben von Spielmacher Wosz versuchten die Bochumer nun ihrerseits per Konter zum Erfolg zu kommen, blieben im Abschluss aber häufig zu unkonzentriert.

Autor: jso

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