LEVERKUSEN: Kenan Sahin: "Jeder kann mich beobachten"

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30. September 2004, 14:37 Uhr

Profiblut! Das pulsiert des öfteren in den Adern der U21 aus Leverkusen, so auch beim 2:2 in Osterfeld, als Kenan Sahin beim Nordrhein-Knaller wieder im Sturm wirbelte.

Profiblut! Das pulsiert des öfteren in den Adern der U21 aus Leverkusen, so auch beim 2:2 in Osterfeld, als Kenan Sahin beim Nordrhein-Knaller wieder im Sturm wirbelte. Der 19-Jährige hockte nach dem Abpfiff als letzter Akteur noch auf dem Platz am Rothebusch, schnaufte durch und band sich die Schuhe los. Glücklich sah er nicht aus, eine ohne Zweifel falsche Schiedsrichter-Entscheidung brachte Bayer um den Sieg. "Wenn man so die ganze Zeit gekämpft hat", grimmte Sahin seicht vor sich hin, "erst hatten wir Schwierigkeiten, nach der Pause rissen wir uns zusammen." Einfallsreich wurde das Match nicht aufgezogen, allerdings temporär nach einem Rückstand umgebogen. Sahin: "Und dann sieht der Schiri das Foul aus zwei Metern Entfernung nicht." Recht hat der Mann, im Anschluss fiel der Ausgleich. "Wir können eigentlich ganz zufrieden sein", bekam Sahin die Analysekurve, "das Team hatte sich gefunden, trotzdem haben wir zwei Zähler verloren."
Der Attacke-Kandidat pendelt permanent zwischen dem Bundesliga-"Orchester" von Chef-"Dirigent" Klaus Augenthaler und der Nordrhein-"Kombo" im Oberliga-"Konzertsaal". "Wenn ich oben meine Chance kriege und auflaufe, will ich die natürlich auch nutzen." Bislang durfte er sechsmal in der Eliteliga mitmusizieren. Sahin: "In der Oberliga spielen meine ganzen Freunde, klar, dass ich dort auch Gas gebe, wenn ich spiele." Denn das Ziel ist deutlich: "Ich will helfen, dass die Mannschaft in diesem Jahr auch aufsteigt."
Sein Vertrag läuft bis zum 30.Juni 2005, kürzlich scheiterten eigentlich ziemlich ausreichende Verhandlungen mit dem Zweitligisten Rot-Weiss Essen, wo man einem Francis Kioyo (1860 München) den Vorzug gab, Sahin aber weiter beobachten will. "Es hat mit RWE nicht geklappt, der Club entschied sich anders. Für mich scheint es tatsächlich besser zu sein, gegen Hannover kam ich in der Bundesliga zu Einsatz. Ich werde mich weiter voll einbringen." Der türkische U21-Nationalspieler leckte durch die Kurz-Auftritte in der Eliteliga mächtig Blut. Dementsprechend: "Ich spiele jetzt bei Bayer, wenn RWE mich weiter beobachten will, kann der Verein das tun, wie jeder andere auch."
Wie gesagt, zurzeit gibt es den Stichtag 30.Juni 2005, man kennt den Namen Sahin in der Branche, das Durchstarten steht auf dem Speisezettel. "Bei Bayer läuft es zurzeit richtig gut", grübelt Sahin über den internen Quantensprung, "ich verstehe mich prima mit dem Trainer, den Verantwortlichen, das Umfeld ist überzeugend." Und wenn es bei Bayer nicht klappt, werden die fremden Fühler grob tasten, kitzeln tun sie jetzt schon. Sahin: "Warten wir einmal ab, wie sich das entwickelt." Zum Beispiel - wie bei jedem türkischen Ausnahmetalent - in Richtung Bosporus. Sahin zuckt nüchtern mit den Schultern: "Das sind immer wieder Gerüchte."og

Autor: og

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