Die Billardfans hatten mal wieder Grund zu Jubeln. Im Billardzentrum „Am Holtkamp“ sahen sie am vergangenen Wochenende wieder einmal Billardsport vom Feinsten. Drei (!) der vier Begegnungen wurden in nur einer Aufnahme entschieden. Sogar der Geschäftsführer des DBC Bochum, Paul Kimmeskamp, staunte: „Das hat es noch nie gegeben.“

Billard: DBC Bochum muss Briefköpfe ändern

Zum zehnten Mal Deutscher Karambol-Meister

Thorsten Sterna
24. April 2009, 23:42 Uhr

Die Billardfans hatten mal wieder Grund zu Jubeln. Im Billardzentrum „Am Holtkamp“ sahen sie am vergangenen Wochenende wieder einmal Billardsport vom Feinsten. Drei (!) der vier Begegnungen wurden in nur einer Aufnahme entschieden. Sogar der Geschäftsführer des DBC Bochum, Paul Kimmeskamp, staunte: „Das hat es noch nie gegeben.“

In Topform präsentierte sich allerdings nicht nur der alte und neue Meister. Auch der ambitionierte Lokalrivale, die Billardfreunde Weitmar 09, trugen zu einem heiß umkämpften Finale bei. Im Finale unterlagen die 09er aber mit 3:5. Auch der Kreisvorsitzende Klaus Kirsten merkte bei der Siegerehrung an: „Es hätte durchaus auch anders herum ausgehen können.“

Dagegen freute sich „Meistermacher“ Henri Tilleman, der dem DBC mit seinem Sieg über Jörg Morawski in nur einer Aufnahme den Titel sicherte, mit einen Augenzwinkern: „Ist es aber nicht.“
Wie im Vorjahr bezwang Tillemann den 09er Morawski bereits in nur einer Aufnahme. Auch damals gewann er „zu Null“. Doch es gab weitere Kuriositäten. Denn auch Ludger Havlik und Markus Melerski (Weitmar 09) wiederholten das Vorjahresergebnis. Vor einem Jahr benötigten sie noch zwei Aufnahmen zum 300:300. Diesmal erledigten sie das ganze schon in einer.

Im Rahmen der Siegerehrung im gut gefüllten Billardzentrum servierte DBC-Geschäftsführer Kimmeskamp den edlen Rotwein-Tropfen „Bochumer Spielerschweiß – ein Play Off-Destillat zur nachträglichen Anwendung“. Nicht diesen, aber echten Schweiß hatten die Akteure im Laufe des Wettkampfes reichlich vergossen. Der Niederländer Tillemann pustete sich bei seinen letzten 50 Points laufend zur Trocknung in die Hände.

Wolfgang Zenkner, Weitmars Einband-Ass, wird in diesen Tagen an der Billard-Weltmeisterschaft im spanischen Cervera teilnehmen. Er präsentierte sich in einer ausgesprochen guten Verfassung. Am Samstag deutete er seine WM-Form mit einer Riesenpartie und einer Startserie von 87 Points an. Im Finale allerdings war der berühmte Wurm im Spiel. Sein Gegner Fabian Blondeel gewann sicher.

Der Belgier Patrick Niessen ließ diesmal gegen seinen Angstgegner Thomas Nockemann nichts anbrennen. Noch in der jüngeren Vergangenheit hatte er gegen Nockemann verloren. Diesmal konnte er die Partiedistanz in nur einer Aufnahme für sich entscheiden. Nockemann ließ auch den Nachstoß aus.
Der Finaleinzug des DBC war allerdings sehr glücklich. Nach dem Halbfinal-Remis gegen den BC Hilden lag es nur am besseren Durchschnitt der Bochumer (79,64 gegenüber 43,74).

„Unsere Jungtalente haben eine Duftmarke für die nächsten Jahre gesetzt“, lobte Hildens vor allem Uwe Matuszak. „Aber wir alten Hasen haben enttäuscht." DBC-Spieler Havlik räumte ein: „Dass Hilden uns ein Remis abgerungen hat, war schon überraschend.“ Doch die Sensation blieb aus.

Für eine andere kleine Sensation sorgte das Team des TuS Kaltehardt. Obwohl man hätte auf Sieg spielen müssen, wollte man wohl ein Unentschieden sichern. Die Mannschaftsaufstellung mit Raymund Swertz in der Freien Partie und Sven Daske im Einband ließ zumindest darauf schließen. Am Ende unterlag Daske Zenkner und bekam eine kostenlose 87 Points lange Lehrstunde.

Noch im vergangenen Jahr hatte TuS-Teamleiter Andreas Potetzki gesagt, dass „wenn die Teams unverändert bleiben, ändert sich auch 2009 die Reihenfolge der Medaillen nicht.“ Er hatte zwar sein eigenes Team umgestellt, aber an dieser Stelle hat er Recht behalten. Auch in diesem Jahr blieb ihm nur der Glückwunsch zum zehnten Karambol-Titelgewinn an den DBC Bochum 1926 übrig.

Ergebnisse 1. Halbfinale:
DBC Bochum – BC Hilden 4:4

Einzelergebnisse:
Freie Partie:
Havlik – Wildförster 300:12/2

Einband:
Blondeel – Matuszak 100:28/8

Cadre 47/2:
Tilleman – Hilger 190:200/6

Cadre 71/2:
Nockemann – Janssen 50:150/7

2. Halbfinale:
Weitmar – TuS Kaltehardt 6:2

Einzelergebnisse:
Freie Partie:
Melerski – Swertz 193:300/4

Einband:
Zenkner – Daske 100:13/5

Cadre 47/2:
Morawski – Riedel 200:78/7

Cadre 71/2:
Niessen – Benstöm 150:51/5
Finale:
DBC Bochum – Weitmar 09 5:3

Einzelergebnisse:
Freie Partie:
Havlik – Melerski 300:300/1

Einband:
Blondeel – Zenkner 100:33/8

Cadre 47/2:
Tilleman – Morawski 200:24/1

Cadre 71/2:
Nockemann – Niessen 0:150/1

Autor: Thorsten Sterna

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