Der Norden knistert. Zwischen Ems und Lübecker Bucht ist die Spannung schon seit Tagen zu greifen. Heute (20.30 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) geht es nun endlich los. Schluss mit dem Gerede von der Vorfreude und Vorhang auf. Teil eins des Vierteilers Hamburger SV gegen Werder Bremen steht in Hamburg auf dem Programm: Das Halbfinale im DFB-Pokal.

Teil eins des Nordderby-Vierteilers beginnt heute

"Angst ist ein schlechter Ratgeber"

sid
22. April 2009, 09:53 Uhr

Der Norden knistert. Zwischen Ems und Lübecker Bucht ist die Spannung schon seit Tagen zu greifen. Heute (20.30 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) geht es nun endlich los. Schluss mit dem Gerede von der Vorfreude und Vorhang auf. Teil eins des Vierteilers Hamburger SV gegen Werder Bremen steht in Hamburg auf dem Programm: Das Halbfinale im DFB-Pokal.

Im 97. Nordderby seit Gründung der Bundesliga geht um die Reise zum Endspiel nach Berlin (30. Mai) und es geht auch darum, ein Zeichen der Stärke vor den Vorschlussrunden im UEFA-Cup (30. April, 7. Mai) sowie der abschließenden Bundesligapartie (10. Mai) zu setzen. "Wenn wir als Sieger vom Platz gingen und es auf den Rängen alles friedlich bleibt, dann wäre ich sehr glücklich", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Denn natürlich ist die Rivalität zwischen beiden Vereinen und vor allem den beiden Fangruppen sehr groß. Die Polizei hat die Partie deshalb als Risikospiel eingestuft und die Atmosphäre ist bereits angeheizt. Werder-Torwart Tim Wiese hat seine Rolle als Provokateur schon gespielt. "Ich glaube, dass in Hamburg die Angst umgeht, wenn wir denen im ersten Spiel gleich auf den Sack geben, wackeln die", erklärte der Nationaltorwart in der Bild-Zeitung.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/003/127-3167_preview.jpeg Collin Benjamin (Foto: firo9. [/imgbox]
Die Hamburger gehen darauf aber nicht ein: "Wir werden die Antwort auf dem Platz geben", sagte Kapitän David Jarolim, der einen Tag vor der Partie seinen Vertrag bis 30. Juni 2012 verlängert hat. Trainer Martin Jol zuckte auch nur die Schultern, als er von Wieses Aussage hörte: "Angst ist ein schlechter Ratgeber. " Hamburgs Collin Benjamin will jetzt unbedingt vorlegen: "Wenn wir am Mittwoch gegen Werder gewinnen, fahren wir zum nächsten Spiel nach Bremen und sagen, "Ey, wir haben schon ein Finale", meint der Verteidiger.

Damit es nach einer "halben Ewigkeit" mal wieder was Richtiges zu feiern gibt. Seit 22 Jahren konnte der HSV keinen bedeutenden Titel mehr gewinnen. Beiersdorfer war unter den Torschützen, als sein Verein 1987 mit einem 3:1-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers den Pokal holte. "Ein Titel würde den ganzen Verein voranbringen", sagt Torwart Frank Rost, der schon bei Werder Erfolge feierte, "es ist immer gut, wenn in einem Klub nicht immer nur über die Vergangenheit geredet wird."
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/010/352-10747_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
Jetzt locken noch drei Titelchancen, auch im Kampf um die Meisterschaft ist das Team von Martin Jol ja noch aussichtsreich vertreten. "Wir haben nach langer Zeit heute die größte Chance, wieder in ein Finale einzuziehen. Die Mannschaft wird sich das nicht nehmen lassen", hofft HSV-Chef Bernd Hoffmann, "dieses Spiel ist sicher das größte Highlight in meinen sechs Jahren beim HSV.

Für die wesentlich erfolgsverwöhnteren Bremer, die seit dem letzten Pokalsieg des ungeliebten Nachbarn allein viermal den Pokal und dreimal die Meisterschaft gewannen, geht es in den Pokalduellen darum, eine verkorkste Bundesligasaison noch zu retten.

Nur als UEFA-Cup- oder DFP-Pokalsieger schaffen sie es noch ins internationale Geschäft. "Die Mannschaft weiß, was sie noch alles erreichen kann und und strebt das an", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf, "der HSV hat eine tolle Mannschaft, aber wir wissen auch, dass wir tolle Leistungen anbieten können."

Dabei hat er wieder seine beste Besetzung zur Verfügung. Die in der Bundesliga zuletzt geschonten Diego und Mesut Özil sind erwartungsgemäß wieder fit. "Das ist mein wichtigstes Spiel für Werder", erklärt der kleine Zauber-Brasilianer Diego, der zuletzt im UEFA-Cup mit vier Toren gegen Udine groß aufgespielt hat, "wir werden nicht viele Torgelegenheiten kriegen, die müssen wir nutzen. Ich bin da, um meinen Job zu machen."

Autor: sid

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