SCHALKE 04 - „Chef-Kritiker“ Sand und das Politikum Ailton

hb
20. September 2004, 10:12 Uhr

"Der Ebbe Sand ist wieder da!“ Was die Fans in der Nordkurve seit Jahren zu einem ihrer Gassenhauer erkoren haben, trifft in diesen Tagen den Nagel auf den Kopf.

"Der Ebbe Sand ist wieder da!“ Was die Fans in der Nordkurve seit Jahren zu einem ihrer Gassenhauer erkoren haben, trifft in diesen Tagen den Nagel auf den Kopf. Nach Wochen des Zweifelns, als ihn die rätselhafte Virus-Meningitis aus der Bahn warf, hat sich Ebbe Sand von seiner besten Seite auf dem Platz zurück gemeldet. Zunächst die drei Treffer gegen Liepaja, dann gestern der so wichtige Siegtreffer gegen Mönchengladbach. „Wir wollten zeigen, dass wir Charakter haben noch eine Super-Truppe sind“, betonte der Däne. „Wenn man auf den Platz läuft und Angst hat, kann man nicht gewinnen. Wir haben mit Risiko und Lust zwei Mal das Spiel gedreht. In drei Tagen zwei Siege, das ist unheimlich wichtig, vor allem nach dem Theater hier“, machte Sand klar.

Überraschenderweise war er, der personifizierte Liebling aller Schwiegermütter, der noch am Donnerstag deutliche Worte in Richtung Jupp Heynckes los ließ. „Das war absolut die richtige Entscheidung“, kommentierte Sand den Trainerwechsel. Eine öffentliche Kritik, die Rudi Assauer vollkommen okay fand. „Ebbe ist von zu Hause aus ein Mann, der Charakter, Willensstärke hat. Wenn er das so gesagt hat, wird das seine Richtigkeit haben. Der spinnt nicht und hat die richtige Reaktion auf dem Platz gezeigt“, nickt der Manager. Auch gestern nach dem Erfolg revidierte Sand seine Stellungnahme nicht. „Wenn ich jetzt etwas anderes sage, stehe ich doch blöd da“, gab der Stürmer zu.

Daher hält Sand auch eine längere Amtszeit von Eddy Achterberg als Chef-Coach für möglich. „Ich glaube schon, dass irgend ein neuer Trainer kommt. Wenn wir immer gewinnen, kann ich mir aber alles vorstellen. Im Fußball ist eigentlich alles egal, Hauptsache, man gewinnt“, meinte der Torjäger. „Schalke hat die Philosophie, dass man füreinander da ist. Das ist das wichtigste.“

Die heile Welt auf Schalke könnte aber schon in drei Tagen wieder leicht aus den Fugen geraten. Am Mittwoch in Kaiserslautern ist der gegen Liepaja so desolate Ailton spielberechtigt. Doch wer soll für den frustrierten Brasilianer weichen? „Ich gehe mal davon aus, dass ich spiele“, will Gerald Asamoah seinen Platz neben dem inzwischen wieder gesetzten Sand nicht ohne Weiteres abgeben. Ailton ein Politikum, das hat in diesen Tagen auf Schalke gerade noch gefehlt.

Autor: hb

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