SCHALKE - Sands „Comeback“ in Sicht

as
06. September 2004, 12:14 Uhr

„Meine Beine sind so schwer, als würde ich kiloweise Blei mit mir herumschleppen„, stöhnt Ebbe Sand nach den ersten Trainingseinheiten auf Schalke.

„Meine Beine sind so schwer, als würde ich kiloweise Blei mit mir herumschleppen„, stöhnt Ebbe Sand nach den ersten Trainingseinheiten auf Schalke. Der symphatische Däne läßt sich aber nicht aus der Bahn werfen. Er greift nach seiner Virus-Meningitis erneut an und will so schnell wie möglich wieder für die Königsblauen fit sein. Da nimmt der 32jährige auch schon mal die eine oder andere Trainingsstrapaze in Kauf.

Eigentlich hatte sich Sand diese Saison nach seinem Rücktritt aus der dänischen Nationalmannschaft ganz anders vorgestellt. Er wollte sich voll und ganz auf Schalke konzentrieren, möglichst viele Tore schießen, um am Ende in der Meisterschaft mit seinem Klub ganz weit oben zu stehen.

Dann der Rückschlag! Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub kam der Schalker-Publikumsliebling gar nicht richtig in Tritt. Sand: „Ich habe mich immer so müde und schlapp gefühlt. Irgendwas war nicht in Ordnung.„ Vor allem der ständige Druck im Kopf hat ihm zu schaffen gemacht. „Nach einem Kopfball hast du gedacht, dir zwerquetscht einer den Schädel – und dann noch ständig diese Schwindelgefühle„, so der Däne weiter.

Nach intensiven Untersuchen gab's die bittere Diagnose: Hirnhautentzündung! „Ich weiß immer noch nicht, wo ich mir sowas geholt habe, aber vermutlich habe ich mich bei Mikkel angesteckt„, sucht der Stürmer weiter nach Erklärungen. Sein kleiner Sohn war nämlich zuvor an der gleichen Form dieser Hirnhautentzündung erkrankt.

Um wieder zu Kräften zu kommen, hat sich der stille Star jetzt in seinem Ferienhaus an der dänischen Ostseeküste ausgeruht und erholt. Schalkes Trainer Jupp Heynckes hatte ihm den Sonderurlaub extra verordnet. So ganz rastlos war der 32jährige dort dann aber doch nicht. Dauerläufe, Radfahren und etwas Krafttraining für die Beinmuskulatur mußten dann doch schon sein.

„Ich muß jetzt wenigstens nicht ganz bei Null anfangen„, sagt Sand. Und das ist wichtig, denn nach der Sperre von Ailton braucht ihn die Mannschaft im Moment mehr denn je. Wann der Däne sein Comeback feiern kann steht aber noch nicht fest. „Ich möchte so schnell wie möglich wieder dabei sein„, brennt er förmlich darauf, wieder auf Torejagd zu gehen.

Am liebsten hätte Ebbe Sand schon am Freitag beim Freundschaftsspiel in Erfurt (2:2) gespielt, aber Trainer Jupp Heynckes verzichtete darauf, seinen Stürmer mit nach Thüringen zu nehmen. „Ebbe ist erst wieder seit ein paar Tagen bei der Mannschaft. Man darf nichts überstürzen. Wir haben auch andere gute Leute„, so der Coach.

Der Däne selbst ist auch erfahren genug, um jetzt nicht ungeduldig zu werden. „Ein Einsatz wäre wohl noch viel zu früh gekommen. Ich habe mich noch nicht so fit gefühlt, um unter Wettkampfbedingungen standhalten zu können„, meint der 32jährige und zog das Einzeltraining (zusammen mit Lincoln) auf dem Schalker Vereinsgelände vor. Immerhin kommt ihm die Bundesligapause jetzt zugute. Denn dadurch gewinnt er etwas Zeit. Und vielleicht feiert Ebbe Sand sein Comeback ja schon nächsten Samstag beim Auswärtsspiel in Wolfsburg.

Autor: as

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