Wenn Bayer Leverkusen am Sonntag am zweiten Bundesliga-Spieltag bei seinem früheren Arbeitgeber VfL Bochum gastiert, sitzt Paul Freier auf der Ersatzbank. Wolfsburg will gegen Freiburg den zweiten Sieg einfahren.

Freier muss gegen Bochum auf die Bank

15. August 2004, 10:24 Uhr

Wenn Bayer Leverkusen am Sonntag am zweiten Bundesliga-Spieltag bei seinem früheren Arbeitgeber VfL Bochum gastiert, sitzt Paul Freier auf der Ersatzbank. Wolfsburg will gegen Freiburg den zweiten Sieg einfahren.

Die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte hat sich Paul Freier wahrscheinlich auch anders vorgestellt. Acht Jahre lief der Nationalspieler für den VfL Bochum auf, bei dem am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) sein neuer Arbeitgeber Bayer Leverkusen gastiert. Doch "Slawo" Freier sitzt im Ruhrstadion nur auf der Bank des Meisterschaftsdritten der vergangenen Saison. Der Pole Jacek Krzynowek erhält von Trainer Klaus Augenthaler den Vorzug.

"Gerade in Bochum macht es keinen Sinn, ihn von Anfang an zu bringen. Paul muss im Training Gas geben und versuchen, sich wieder aufzudrängen. Aber ich bin überzeugt, dass wir schon bald den alten Paul Freier sehen werden. Wir geben ihm alle Unterstützung", begründete Augenthaler die Nichtberücksichtigung des für 3,5 Millionen Euro vom VfL geholten Offensivspielers.

Noch nicht integriert

Bislang konnte sich Freier in die Leverkusener Mannschaft nicht integrieren. Sowohl beim 2:1-Auftaktsieg gegen Hannover 96 als auch beim 5:0-Erfolg in der Champions-League-Qualifikation am vergangenen Mittwoch gegen den tschechischen Meister Banik Ostrau wirkte der 25-Jährige wie ein Fremdkörper. "Ich habe mit ihm gesprochen, vielleicht setzt er sich auch zu sehr unter Druck", meinte "Auge" und betrieb zusammen mit dem Spieler Ursachenforschung.

Freier selbst gesteht ein: "Das Wechseltheater belastet mich noch." VfL-Trainer Peter Neururer hatte Bayer und dem Nationalspieler vor einigen Monaten die Pistole auf die Brust gesetzt. Er drohte Freier in dieser Saison mit einem Platz auf der Ersatzbank, sollte er nach seiner bereits erfolgten Einigung mit den Rheinländern für einen Wechsel zum 1. Juli 2005 nicht vorzeitig zu Bayer gehen und so den Westfalen eine stattliche Ablösesumme in die Kassen spülen. Augenthaler sprach zuletzt davon, dass Freier "von Peter Neururer förmlich an die Wand genagelt wurde".

Bochum wahrscheinlich mit drei Spitzen

Das Westduell verspricht also viel Brisanz, zumal der VfL die letzten vier Duelle seit dem Wiederaufstieg allesamt gewinnen konnte. Gegen Ostrau zeigte Leverkusen allerdings unter den Augen von Neururer eine überzeugende Vorstellung. "Leverkusen ist in der Mitte und im Angriff beängstigend gut besetzt", meinte der Bochumer Coach, der allerdings auch Schwächen im Defensivverhalten der Leverkusener ausgemacht hat. Deshalb wird er voraussichtlich mit drei Spitzen - dem Ex-Leverkusener Christoph Preuß, Vratislav Lokvenc und Peter Madsen - gegen Bayer spielen lassen.

Die Gäste bangen noch um Kapitän Jens Nowotny, der über muskuläre Probleme klagt. Sollte der 30-Jährige ausfallen, würde Augenthaler auf eine Viererkette umstellen, wobei der Argentinier Diego Placente für Nowotny in die Mannschaft rücken würde. Augenthaler warnte seine Spieler ausdrücklich vor der Stärke der Westfalen bei Standardsituationen: "Da müssen wir hellwach sein."

Wolfsburg auf der Hut

Den zweiten Sieg will der VfL Wolfsburg acht Tage nach dem 2:1 in Dortmund im Heimspiel (17.30 Uhr/live bei Premiere) gegen den SC Freiburg einfahren. "Wir werden den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen und dürfen den Freiburgern keinen Raum zum Spielen geben. Dafür haben wir nicht genügend Qualität", sagte VfL-Trainer Erik Gerets, der noch um den niederländischen Neuzugang Kevin Hofland (Mittelohrentzündung) bangt. Damit ist die neue Innenverteidigung mit Facundo Quiroga in Gefahr. Als möglicher Ersatz stehen Stefan Schnoor oder Marino Biliskov bereit.

Gewohnt zurückhaltend äußerte sich Freiburgs Trainer Volker Finke: "Wolfsburg hat in Dortmund gewonnen, das sagt deutlich etwas über deren Stärke aus." Die Breisgauer müssen in der VW-Arena auf die Stammkräfte Roda Antar (Muskelfaserriss) und Ellery Cairo (Sehneneinriss) verzichten.

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