Gleich drei Traditionsklubs der Bundesliga fürchten schon vor dem zweiten Spieltag die erste Krise der jungen Saison. Dortmund, Hamburg und Kaiserslautern stehen nach ihren Auftaktniederlagen heute auswärts unter Druck.

Verlierer-Trio schon an Spieltag zwei unter Druck

14. August 2004, 08:55 Uhr

Gleich drei Traditionsklubs der Bundesliga fürchten schon vor dem zweiten Spieltag die erste Krise der jungen Saison. Dortmund, Hamburg und Kaiserslautern stehen nach ihren Auftaktniederlagen heute auswärts unter Druck.

Borussia Dortmund, der Hamburger SV und der 1. FC Kaiserslautern - drei Traditionsvereine haben vor dem zweiten Spieltag der Bundesliga eines gemeinsam: Das Trio legte mit Heimniederlagen einen Fehlstart hin und steht schon im zweiten Spiel auf fremden Plätzen unter Zugzwang. Der BVB ist dabei Gast bei der Bundesliga-Premiere des "Borussia-Parks" in Mönchengladbach, der HSV muss das historische erste Erstliga-Heimspiel von Mainz 05 überstehen und die Lauterer fahren ausgerechnet nach Schalke.

BVB selbstbewusst nach Gladbach

Noch am entspanntesten ist die Stimmung bei den Dortmundern. "Ich liebe solche Spiele", sagte Trainer Bert van Marwijk vor dem "heißen Derby mit vielen Emotionen" in Gladbach. Die Bundesliga-Premiere des "Borussia-Parks" kommt ihm dabei sehr entgegen: "Ich weiß aus meinen Erfahrungen, dass sich Mannschaften in einem neuen Stadion zunächst immer schwer tun." Marwijks Kollegen Holger Fach interessiert dieses "Gerede von einem möglichen Arena-Fluch" überhaupt nicht. "Die Spiele bei der Eröffnungsfeier gegen Monaco und Bayern waren ja nur Schaulaufen. Die beiden Klubs sind nicht unsere Kragenweite", erklärte der Gladbacher Coach. Doch auch mit dem BVB will er seine Mannschaft nicht vergleichen und stapelt deshalb tief: "Dortmund geht als Favorit in das Spiel." Eine Einschätzung ganz nach dem Geschmack von Tomas Rosicky: "Wir werden in Gladbach gewinnen."

Schlechte Stimmung in der Pfalz

Ein derartiges Selbstbewusstsein scheint den "Roten Teufeln" fremd. Nach dem 1:3 gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg ist die Stimmung schlecht. "Das war ein Schlag ins Gesicht", bekannte Thomas Riedl, der am Samstag weitere Prügel durch die Bewachung seines ehemaligen Mitspielers Lincoln verhindern soll, auf dessen Inspirationen wiederum Schalkes Torjäger Ailton, neuer "Fußballer des Jahres", sehnlichst wartet. Lincolns Abgang kann Riedl bis heute nicht nachvollziehen: "Ein sportlich großer Verlust für uns."

Personalsorgen beim HSV

Sorgen hat auch der Hamburger SV. Zu den derzeit 288 Minuten ohne Torerfolg in Pflichtspielen kommen beim Gastspiel am Mainzer Bruchweg, wo 18.700 Zuschauer das erste Erstliga-Spiel des Aufsteigers erleben werden, auch noch Personalsorgen im Angriff: Bernardo Romeo fällt wohl aus, Neuzugang Benjamin Lauth hat immer noch Trainingsrückstand. "Das wird ein sehr schweres Spiel. Wir sind nach der Auftaktniederlage zum Siegen verdammt", ahnt der vom Asien-Cup zurückgekehrte Iraner Mehdi Mahdavikia.

Kleiner Trost für den HSV: Sein letztes Pflichtspiel in Mainz hat er gewonnen - das Finale des Ligapokals 2003 gegen Borussia Dortmund. "Wenn sich alle einbringen, werden wir das Spiel gewinnen", behauptet Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Allerdings haben sich auch die Mainzer viel vorgenommen nach dem 2:4 in Stuttgart, versichert Trainer Jürgen Klopp: "Wir werden von der ersten Minute an alles geben. Wenn wir alles umsetzen könne, was wir uns vorgenommen haben, wird es ein Riesenknaller."

Spitzenspiel in Nürnberg

Das "Spitzenspiel" des zweiten Spieltags findet kurioserweise in Nürnberg statt: Tabellenführer VfB Stuttgart gastiert beim zweitplatzierten "Club", der seine Rückkehr in die Bundesliga mit einem 3:1 in Kaiserslautern feierte. Eine Partie, die höchste Konzentration erfordert, wie Trainer Matthias Sammer mahnt: "Wir müssen voll dagegenhalten, sonst kriegen wir Probleme." Allerdings liegt die letzte Niederlage der Stuttgarter gegen die Franken bereits mehr als zehn Jahre zurück: Im April 1994 gab es ein 0:1.

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