Sportmedizin

Muskelkater: Freund oder Feind?

RS
07. August 2006, 18:18 Uhr

Einmal pro Woche behandeln die beiden bekannten Sportmediziner Dr. Matthias Manke und Dr. Jörg Heinze exklusiv für revierkick.de ein Thema aus dem Bereich der Sportmedizin.

In der ersten Folge widmen sich die Sportmediziner dem Thema "Muskelkater" und sprechen dabei über weitverbreitete Irrtümer und praktische Tipps.

Wer kennt es nicht? Nach Beendigung einer mehr oder weniger erfolgreichen Fußballsaison kommt die lange Sommerpause. Und in der möchte man sich natürlich auch erholen. Das Fußball-Training wird reduziert oder fällt erst einmal aus, stattdessen wird Erholung groß geschrieben. Sportliche Aktivitäten schränken sich ein auf den Freibad-Besuch, das Banana-Boot fahren am spanischen Strand oder intensives Sonnenbaden. Doch dann kommt auf einmal der Tag, an dem der (Fußball-)Alltag wieder eintritt. Das erste Training findet statt – mit dem Ergebnis, dass man am nächsten Tag einen dicken Muskelkater hat. Wer jetzt denkt, dass seine Muskulatur übersäuert ist – der ist auf dem Holzweg und kann mit einer falschen Therapie eine schnelle Gesundung gefährden. Was ist also ein Muskelkater?
[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_40.jpg Experten auf ihrem Gebiet: Dr. Matthias Manke und Dr. Jörn Heinze, von der Sportambulanz in der Orthopädischen Klinik im St. Josef-Hospital in Bochum.[/imgbox] Was bei einem Muskelkater im Körper geschieht

Muskelkater ist im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Meinung unter Laien [u]keine[/u] Folge einer Überproduktion von Milchsäure (Laktat) im Muskel. Laktat ist ein Stoffwechselprodukt, welches sowohl vom sportlich Ungeübten als auch vom Profisportler bei Muskelaktivität gebildet wird. Es wird direkt bei der sportlichen Betätigung gebildet und verbleibt im Muskel. Bei einer Halbwertszeit von 20 Minuten reduziert sich also alle 20 Minuten das Laktat um die Hälfte. Je mehr die Zeit also voranschreitet umso weniger Laktat findet sich im Muskel. Der Muskelkater jedoch tritt erst mit einer Verzögerung von wenigen Stunden auf zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Laktatwerte schon wieder normalisiert haben können.

Wenn es also nicht die Übersäuerung des Muskels ist – was ist es dann?

Klinische Forschungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass die Beschwerdesymptomatik beim Muskelkater vor allem auf einer direkten Schädigung der Muskulatur beruht. Es handelt sich hierbei um Mikroverletzungen, d.h. um Verletzungen, die mit bloßem Auge oder einem normalen Mikroskop nicht zu erkennen sind.

Auf Seite 2: Ist Muskelkater am Ende sogar nützlich?

Autor: RS

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