BVB-Manager Meier attackiert Klinsmann

11. August 2004, 10:54 Uhr

Manager Michael Meier von Borussia Dortmund hat den neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann scharf kritisiert. Der frühere Bundestrainer Berti Vogts warf dagegen vor allem dem DFB schwere Versäumnisse vor.

Schon wenige Tage nach dem Dienstantritt von Jürgen Klinsmann hat Manager Michael Meier von Bundesligist Borussia Dortmund den neuen Bundestrainer sowie die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) scharf attackiert. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass beim DFB niemand klar Stellung bezieht gegen die Kritik von Herrn Klinsmann an der konzeptionellen Arbeit des Verbandes. Mit seiner Aussage, beim DFB muss jeder Stein umgedreht werden, rückt er den Verband - bildlich betrachtet - in die Nähe der Steinzeit", sagte Meier in der Sport-Bild.

Meier fordert Klinsmann auf, seine Kritik am DFB zu überdenken. "Herr Klinsmann ist erst seit ein paar Tagen im Amt, er kennt die Strukturen noch nicht, aber er stellt alles in Frage. Ich verstehe nicht, warum sich niemand dagegen wehrt. Ich wünsche ihm die breite Unterstützung des deutschen Fußballs und der Bundesliga. Aber Herr Klinsmann muss aufhören, alles in Frage zu stellen", meinte der Dortmunder Manager.

Vogts: "Beim DFB sind sechs Jahre verschlafen worden"

Auch der frühere Bundestrainer Berti Vogts hat seinem Unmut Ausdruck verliehen. Den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DHB) warf der Ex-Nationalspieler schwere Versäumnisse vor. "Beim DFB sind sechs Jahre verschlafen worden", erklärte der 57-Jährige in der Sport-Bild. Vogts ist der Ansicht, dass trotz des Finaleinzugs bei der WM 2002 schwere Fehler beim Verband gemacht worden sind: "In der Trainerausbildung ist die Kreativität nicht mehr vorhanden. Die Versäumnisse sind so groß, dass ich mich manchmal frage: In welchem Buschland sind wir denn gelandet?"

Vogts verlangt zudem vom neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann, dass er im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006 keine Rücksicht auf die Interessen der Klubs nehmen darf. "Jürgen weiß doch selbst, dass all die Freundschaftsspiele bis zur WM den Charakter von Pflichtspielen haben müssen. Er darf sich nicht auf die Vereine einlassen, dass gewisse Spieler nur eine Halbzeit lang spielen", meinte der schottische Nationalcoach.

Ex-Bundestrainer glaubt an Matthäus

Auch in der Frage, wer nach Klinsmann die DFB-Auswahl betreuen wird, bezieht Vogts Stellung und favorisiert Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus (150 Einsätze): "Das ist Sache des DFB. Ich glaube aber, dass Matthäus irgendwann die Position des Teamchefs übernehmen wird."

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