Als er am Freitag kurz vor 20 Uhr den ersten Fuß auf den Bremer Rasen setzte, feierten ihn die Werder-Fans, als wäre er noch einer der ihren.

S04: „Verlieren ist immer sch...e“

hb
09. August 2004, 11:14 Uhr

Als er am Freitag kurz vor 20 Uhr den ersten Fuß auf den Bremer Rasen setzte, feierten ihn die Werder-Fans, als wäre er noch einer der ihren.

Als er am Freitag kurz vor 20 Uhr den ersten Fuß auf den Bremer Rasen setzte, feierten ihn die Werder-Fans, als wäre er noch einer der ihren. Die einstündige Verlängerung der Aufwärmphase vor dem Anpfiff tat ein Übriges, um die Herzen der Hanseaten ihrem abtrünnig gewordenen Star weiter zufliegen zu lassen. Dass sich der Brasilianer dann im Spiel als fairer Gast erwies und von seinem angekündigten Treffer an der Weser absah, machte ihn fürs heimische Publikum noch sympathischer. „Das war eine gute Aktion der Fans“, freute sich Ailton.
Beim Verlassen des Stadions winkte er noch einmal nett in die Kurve, wirkte dann aber bei der Nachbetrachtung reichlich geknickt. „Verlieren ist immer sch...e“, schüttelte der Torschützen-König den Kopf. „Ich wollte ein Tor machen, das hat leider nicht geklappt.“
In einer Hand voll viel versprechender Situationen hätte der 31-Jährige etwas daran ändern können. Nachdem er zuvor zwei Mal ins abseits gerannt war, prüfte Ailton in Minute 27 erstmals die Aufmerksamkeit von SVW-Keeper Andreas Reinke. Von Christian Pander schön frei gespielt, landete der Abschluss aus halbrechter Position zum Tor neben dem Kasten. Sieben Minuten später stoppte sich der Brasilianer auf dem Weg zum Glück selbst. Erneut von Pander auf die Reise geschickt, plumpste das Leder auf den Allerwertesten, die Chance war dahin. Ein missglückter Lupfer wieder aus halbrechter Position blieb die magere Ausbeute bis zur Halbzeit.
„Das mit den Laufwegen und der Abstimmung wird in den nächsten Wochen noch kommen. Aber trotzdem hatte er drei Torchancen, von denen er durchaus eine hätte nutzen können“, meinte Trainer Jupp Heynckes. „Natürlich kann Toni mehr, aber ein oder zwei Monate Eingewöhnungszeit muss man ihm zugestehen.“
Der aus Bremen mit Vorlagen verwöhnte Knipser muss allerdings lernen, dass er nicht allein auf dem Platz steht. Bei der dicksten Chance kurz vor Schluss hätte er nur zu Kobiashvili rüber schieben müssen, zumindest ein verdienter Punkt wäre nach Schalke gegangen. „Ich habe nicht gut gespielt, aber es sind noch 33 Spieltage. Das wird noch besser“, zeigte sich Ailton zuversichtlich. „Bremen hat eine gute Mannschaft. Wenn du gegen die eine Sekunde lang unkonzentriert bist, fällt ein Tor. So ein später Treffer ist unglaublich. Jetzt müssen wir am Dienstag im UI-Cup gewinnen und gegen Kaiserslautern auch“, gab der neue Schalker Star die Marschroute aus.

Autor: hb

Kommentieren