Nach sechs Jahren bei Werder kehrt Ailton am heutigen Abend nach Bremen zurück. Im Trikot des FC Schalke möchte der Brasilianer die Anhänger des amtierenden Deutschen Meisters in einen großen Zwiespalt der Gefühle stürzen.

SCHALKE - „Toni“, das Vorbild für die Jugend

hb
06. August 2004, 13:55 Uhr

Nach sechs Jahren bei Werder kehrt Ailton am heutigen Abend nach Bremen zurück. Im Trikot des FC Schalke möchte der Brasilianer die Anhänger des amtierenden Deutschen Meisters in einen großen Zwiespalt der Gefühle stürzen.

Nach sechs Jahren bei Werder kehrt Ailton am heutigen Abend nach Bremen zurück. Im Trikot des FC Schalke möchte der Brasilianer die Anhänger des amtierenden Deutschen Meisters in einen großen Zwiespalt der Gefühle stürzen. „Es ist schon etwas Besonderes für mich, in diesem Stadion auf der anderen Seite zu stehen. Ich habe viel Tore in Bremen geschossen und mir dort den Respekt verdient. Ich hoffe, die Fans empfangen mich freundlich, aber sie werden auch wissen, dass ich Tore gegen ihre Mannschaft schießen will“, weiß Ailton.

Nach dem Double mit den Hanseaten hat für ihn eine neue Zeitrechnung begonnen. Wohin ihn der Weg mit den Königsblauen führen wird, ist noch nicht absehbar. „Bremen hat fünf Jahre gebraucht, um einen Ailton zu sehen, der 28 Tore macht“, erwartet Trainer Jupp Heynckes vom Torschützen-König jedenfalls noch keine Wunderdinge. „Ein Spieler allein ist nichts, damit gewinnst du keinen Titel, nur mit einer funktionierenden Mannschaft.“

Denn in der Vorbereitung hat der 31-Jährige noch nicht glänzen können. Auch der letzte Härtetest am Dienstag gegen Esbjerg ließ viele Wünsche offen. Dennoch schwärmt gerade Heynckes vom Star-Einkauf, der sich in Gelsenkirchen bestens eingelebt hat und überhaupt nicht als Diva präsentiert. „Er ist im Team einer von vielen, so wie er sich aufführt, aber aufgrund seiner sportlichen Leistung ein außergewöhnlicher Spieler. Toni ist ein Vorbild für die Mannschaft. Er hat sich hervorragend eingegliedert“, lobt der sonst so gestrenge Coach den als Paradiesvogel gefürchteten Stürmer. Im Gegenteil, „Toni kümmert sich rührend um die jungen Spieler. Man muss wissen, dass er im Hotel mit Alexander Baumjohann auf einem Zimmer ist.“ Der absolute Star und der Jüngste im Kader, auch das scheint zu passen. „Als erstes habe ich ihm erzählt, wie schön es ist, Meister zu werden“, grinst Ailton, der verwöhnte Titeljäger. „Für mich ist es wichtig, Kontakt mit jungen Spielern zu haben. Mir ist das früher auch widerfahren und es hat mir gut getan.“

Obwohl er noch sehr gute Kontakte in seine bisherige sportliche Heimat pflegt, ist Ailton seit Tagen nicht mehr für Bremer Anrufer erreichbar. „Am Montag habe ich noch mit Paul Stalteri telefoniert und ihn gefragt, warum sie gegen die Bayern im Ligapokal verloren haben. Das war das letzte Mal, dass ich mit einem von denen gesprochen habe“, nickt „Toni“.

Gleiches gilt für Krstajic, der erst am Samstag wieder für seine ehemaligen Mitspieler ein Ohr hat. „Bisher habe noch täglich mit der halben Mannschaft telefoniert, besonders mit Ivan Klasnic, Johan Micoud, Stalteri und Valerien Ismael“, berichtet der Serbe. „Mit denen kann man gute Scherze machen. Aber wir haben es vermieden, über das Spiel zu sprechen. Auf jeden Fall hat noch keiner zu mir gesagt, bleib zu Hause, ihr habt eh keine Chance!“

Nachgefragt
Mladen Krstajic, wie gewinnt man in Bremen?
Weil Toni sich die Tore für Freitag aufgehoben hat. Ich bin optimistisch, dass er eins macht und das dann für uns reicht.
Schalke hat fünf Jahre nichts an der Weser holen können!
Ja, so lange, wie Mladen Krstajic für Werder gespielt hat. Ich denke, jetzt ist die richtige Zeit gekommen, um diese Serie zu brechen.
Hätten Sie sich nicht lieben einen anderen Gegner zum Auftakt gewünscht?
Ich finde es gut, dass wir das erste Spiel in Bremen spielen. Das ist ein richtiger Brecher zum Anfang. Bremen ist Deutscher Meister und Favorit. Aber wir haben gut trainiert und versuchen zu gewinnen. Warum nicht?

Autor: hb

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