Bundesligist FC Schalke 04 sucht vier Tage vor dem ersten Pflichtspiel der Saison seine Form. Die Tests gegen den FC Basel (0:3) und den SC Schaffhausen (0:2) waren ein Alarmzeichen im Hinblick auf den UI-Cup.

Tests machen Schalke wenig Hoffnung auf Erfolg

12. Juli 2004, 13:35 Uhr

Bundesligist FC Schalke 04 sucht vier Tage vor dem ersten Pflichtspiel der Saison seine Form. Die Tests gegen den FC Basel (0:3) und den SC Schaffhausen (0:2) waren ein Alarmzeichen im Hinblick auf den UI-Cup.

Der Schweizer Erstligist FC Basel hat Bundesligist FC Schalke 04 beim 3:0-Testspielsieg die Grenzen aufgezeigt, und auch der SC Schaffhausen aus der höchsten Spielklasse der Eidgenossen hatte beim 2:0-Erfolg gegen die Königsblauen wenig Mühe. Vier Tage vor dem UI-Cup-Hinspiel in Gelsenkirchen gegen Vadar Skopje läuft die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes ihrer Form und den internationalen Ambitionen weit hinterher.

Heynckes bleibt gelassen

Heynckes bemüht sich allerdings um Gelassenheit. "Die Klubs aus der Schweiz haben in Sachen Vorbereitung drei Wochen Vorsprung. Trotz der Ergebnisse spüre ich, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht", bilanzierte der Coach nach dem Trainingslager in Hemmenhofen am Bodensee.

Heynckes will Unruhe vermeiden. Der Druck indes, der auf dem Trainer und seinem Team lastet, ist immens. Zumal nach den jüngsten Meldungen über die finanziellen Sorgen des Klubs das Erreichen des UEFA-Pokals wichtiger denn je erscheint.

Hintergrund ist das Finanzgebahren der Königsblauen. Im Geschäftsbericht für 2003 haben die "Knappen" ihren Verlust geschönt, in dem sie das alte Parkstadion mittels einer eigens gegründeten GmbH zu hoch bewerteten und in die Bilanz einrechneten. Weil Schalke auch in 2004 einen Verlust erwartet, ist die Mannschaft nach zwei siebten Plätzen in den beiden Vorjahren nun zum Erfolg verdammt.

Assauer weist Pleitengerücte zurück

"Finanziell würden wir wieder den siebten Platz verkraften, sportlich wollen wir es aber nicht", hält Manager Rudi Assauer zwar allen Pleitengerüchten entgegen. Doch ausgerechnet Finanzvorstand Josef Schnusenberg widerspricht. "Falls wir nicht mehr Einnahmen erzielen, müssen wir in der nächsten Transferperiode eventuell auch Spieler verkaufen."

Dass Schalke ohnehin seit Jahren von mehr träumt als nur vom Erreichen des UEFA-Pokals, daraus macht Assauer kein Hehl. "Wenn irgendwann der Tag kommt, Meister zu werden, dann bitte schön."

Ailton will auch mit Schalke Meister werden

Für die gestiegenen Ansprüche stehen vor allem die beiden Neuzugänge Ailton und Mladen Krstajic von Double-Gewinner Werder Bremen. "Ich will auch mit Schalke Meister werden", kündigt Torschützenkönig Ailton gewohnt großspurig an. Auch Krstajic hat große Pläne mit S04. "Wir sind Sieger-Menschen, aber die beiden Titel mit Bremen zählen nicht mehr. Schalke ist aber ein größerer Verein als Werder und muss in die Champions League , sagt der Serbe.

Heynckes fühlt sich offiziell von derlei Vorgaben nicht unter Druck gesetzt. "Wir werden besser abschneiden als im Vorjahr. In der letzten Saison hatten wir eine ganz schwierige Situation, das ist vielen jetzt noch nicht richtig bewusst", sagt der 59-Jährige.

Durch Spaßfußballer Ailton, die neue Abwehrachse um den noch bei der Copa America spielenden Brasilianer Marcelo Bordon (bisher VfB Stuttgart) sowie Krstajic und den als Spielmacher vom 1. FC Kaiserslautern geholten Lincoln weist Schalke ein stark verändertes Gesicht auf.

Youngster drängen in die A-Mannschaft

Nachdem in der vergangenen Saison junge Talente wie Hamit Altintop, Mike Hanke und Michael Delura den Schalker Jugendstil prägten, läuten zudem eine Hand voll Nachwuchskicker die zweite Runde der Nachwuchsförderung ein. In dem 20-Jährigen Christian Petereit, den gerade den A-Junioren entwachsenen Kai Hesse, Simon Talarek und Tim Hoogland sowie dem erst 17-Jährigen Alexander Baumjohann drängen weitere Youngster in die Bundesliga.

Auch das Spielsystem wird reformiert. In der Abwehr bevorzugt Heynckes die Dreierkette, davor ein Fünfer-Mittelfeld plus zwei Stürmer: "Wenn alle Spieler da sind, haben wir nicht nur eine gute Mannschaft, sondern eine Truppe, die sehr gut harmoniert."

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