Bayer Leverkusen hat den Vertrag mit Sportdirektor Jürgen Kohler aufgelöst. Damit verlässt der Ex-Nationalspieler den Werksklub bereits nach etwas mehr als einem Jahr wieder. Die Höhe der Abfindung wurde nicht bekannt.

Kohler und Leverkusen trennen sich

29. Juni 2004, 18:07 Uhr

Bayer Leverkusen hat den Vertrag mit Sportdirektor Jürgen Kohler aufgelöst. Damit verlässt der Ex-Nationalspieler den Werksklub bereits nach etwas mehr als einem Jahr wieder. Die Höhe der Abfindung wurde nicht bekannt.

Der 105-malige Nationalspieler Jürgen Kohler und Bundesligist Bayer Leverkusen gehen künftig getrennte Wege. Am Dienstagnachmittag verkündete der Werksklub die einvernehmliche Auflösung des bis 2008 laufenden Vertrages mit dem Welt- und Europameister, der den Posten des Sportdirektors eingenommen hatte. Über die Höhe der Abfindung wurden keine Angaben gemacht.

Die Beendigung der Zusammenarbeit erfolgte "in Übereinstimmung und wechselseitigem Respekt", hieß es in der Pressemitteilung der Rheinländer. Das Engagement von Kohler bei Bayer erwies sich praktisch von Beginn als großes Missverständnis.

Seit Frühjahr 2003 in Leverkusen

Kohler war im Frühjahr 2003 mit großen Hoffnungen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), wo er als U21-Auswahlcoach gearbeitet hatte, zu Bayer gewechselt. Der ehemalige Mannheimer, Kölner, Münchner und Dortmunder Bundesliga-Profi konnte allerdings die hochgesteckten Erwartungen unterm Bayer-Kreuz nicht erfüllen. Vor wenigen Wochen war er als Trainer beim Bundesligisten VfB Stuttgart im Gespräch, es kam jedoch zu keiner Einigung. Stattdessen verpflichteten die Schwaben Dortmunds Meistertrainer von 2002, Matthias Sammer.

Schon nach den Gesprächen Kohlers mit dem VfB hatte der neue Bayer-Boss, der Sprecher der Geschäftsführung, Wolfgang Holzhäuser, auf eine Trennung von Kohler gedrängt. Der Ex-Nationalspieler pochte jedoch auf Erfüllung seines langfristigen Vertrages. Nun kam es doch zur Trennung. Kohler erklärte, wieder als Trainer tätig sein zu wollen.

Calmund, Kaenzig und nun Kohler

Zuvor hatte Bayer Geschäftsführer Reiner Calmund, der nach 27 Jahren als Macher der Leverkusener Fußball-Abteilung zurücktrat, und Manager Ilja Kaenzig, der zum Ligakonkurrenten Hannover 96 wechselt, aus der Führungsebene verloren.

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