Während deutschlandweit „König Fußball“ dafür sorgt, dass die Aschen- und Tartanbahnen in den großen Arenen verschwinden, setzte man in Bottrop im Zuge der umfassenden Modernisierung des Jahnstadions in den Jahren 2004/2005 auch in Ermangelung eines hochklassigen Fußballvereins in erster Linie auf die Leichtathletik.

Sportstadt Bottrop: Auf dem Weg zum professionellen Großereignis

Leichtathletik-Elite ist willkommen

Thomas Wein
30. März 2009, 11:54 Uhr

Während deutschlandweit „König Fußball“ dafür sorgt, dass die Aschen- und Tartanbahnen in den großen Arenen verschwinden, setzte man in Bottrop im Zuge der umfassenden Modernisierung des Jahnstadions in den Jahren 2004/2005 auch in Ermangelung eines hochklassigen Fußballvereins in erster Linie auf die Leichtathletik.

Mit einer achtbahnigen 400-Meter-Tartanbahn, den zumeist doppelt angelegten Bereichen für alle technischen Disziplinen bis hin zum Hammerwurfkäfig genügt das Jahnstadion höchsten internationalen Anforderungen. Neben dem Wattenscheider Lohrheide-Stadion findet man zumindest in NRW keine weitere Wettkampfstätte der obersten Kategorie A.

[infobox-left]Jahnstadion Bottrop
- Zahlen und Fakten -

Adresse: Hans-Böckler-Straße 60, 46236 Bottrop

Eröffnung: 19. Juli 1924
Modernisierung: 1952
Komplett-Umbau: 2004/2005
Tribünensitzplätze (überdacht): 840
Tribünenstehplätze (überdacht): 660
Gesamtkapazität: 5.000

Rasen-Großspielfeld: 109x72m
Rundbahnen (400m): 8
Sprintgeraden (100/110m): 8
Weit-/Dreisprunganlagen:2
Hochsprunganlagen: 2
Stabhochsprunganlagen: 2
Wassergraben: 1
Diskuswurfanlage: 1
Hammerwurfanlage: 1
Speerwurfanlage: 1
Kugelstoßanlage: 1

Sonstiges: Leichtathletikstadion der Kategorie A, Sprecherkabine, elektr. Anzeigentafel, Funktionsgebäude, Flutlicht[/infobox]
Der Leichtathletikabteilung des traditionsreichen und drittgrößten Vereins der Stadt, Adler 07 Bottrop, dient das Stadion seit jeher als Trainings- und Wettkampfstätte. In der Jugendarbeit profitiert der Verein nun am stärksten von der neuen professionellen Infrastruktur und verzeichnet einen deutlichen Aufschwung in den Mitgliederzahlen und der öffentlichen Wertschätzung der Vereinsarbeit. Dass in der Entwicklung des Leichtathletiksports dem Standort Bottrop quasi als Krönung auch ein hochrangiges internationales Sportfest gut zu Gesicht stehen würde und nahezu notwendig wird, findet in der Stadt einen breiten Konsens. In der Umsetzung dessen bemüht man sich nach Kräften, tut sich aber gerade aufgrund des öffentlichen und medialen Desinteresses schwer.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/010/894-11289_preview.png Logo der diesjährigen Leichtathletik-Gala in Bottrop.[/imgbox]Einen ersten Schwung bekam das Vorhaben mit dem Einstieg der Bedburger Agentur athletes first, die erstklassige Kontakte in die Sportszene vorweisen kann. Nach dem 1. Internationalen Leichtathletik-Sportfest 2007 und der Neuauflage 2008 blickt man nun gespannt auf ein Abendsportfest, das unter dem Titel „Bottroper Leichtathletik-Gala“ am 26. Juni 2009 veranstaltet wird. Agentur-Chef André Thomsen ist zuversichtlich, wenngleich der avisierte Veranstaltungsetat von knapp 80.000 Euro noch nicht gedeckt ist: „Die Terminierung und der Status der Veranstaltung ist optimal, da viele nationale Top-Athleten drei Wochen vor WM in Berlin die Gala noch für eine Qualifikation nutzen werden und müssen“, weiß der ehemalige Sprinter und ergänzt: "Die Wettbewerbe werden so spannend wie noch nie zuvor. Bundestrainer und Betreuer des Deutschen Leichtathletik Verbandes werden zusätzlich nach Bottrop kommen!"

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/011/221-11616_preview.jpeg Olympiasieger Primož Kozmus war 2008 der Star in Bottrop.[/imgbox]Tatsächlich wertet der DLV die Gala in Bottrop auf, indem er sowohl für Damen als auch Männer alle Sprint- und Hürdenlauf-Klassements sowie den Dreisprung als offizielle Qualifikationswettbewerbe für die WM in Berlin ausruft. Namhafte internationale Größen, wie der slowenische Hammerwurf-Olympiasieger Primož Kozmus im Vorjahr, können allerdings nur mit entsprechenden Gagen gelockt werden. Umgekehrt holt man mit festen Zusagen von Stars aber erst zahlungskräftige Sponsoren ins Boot, die in Zeiten der Rezession nicht unbedingt Schlange stehen. Wolfhard Brüggemann, der Vorsitzende des Bottroper Sportbundes bleibt im Wissen um das Potential des Events allerdings Optimist: „Wir haben von Jahr zu Jahr dazu gelernt und müssen mittel- bis langfristig denken. Ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Stadion erst am Anfang einer Erfolgsgeschichte stehen.“

Autor: Thomas Wein

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