Für Nuni Kucukovic schlägt das Leben ab dem 1. Juli ein neues Kapitel auf. Der bisherige Trainer der SSV Buer wird ab der neuen Saison für den Bundesligisten Hamburger SV hauptberuflich Spieler und Spiele beobachten.

SSV BUER: Für Nuni Kucukovic erfüllt sich Lebenstraum

hb
18. Juni 2004, 09:58 Uhr

Für Nuni Kucukovic schlägt das Leben ab dem 1. Juli ein neues Kapitel auf. Der bisherige Trainer der SSV Buer wird ab der neuen Saison für den Bundesligisten Hamburger SV hauptberuflich Spieler und Spiele beobachten.

Für Nuni Kucukovic schlägt das Leben ab dem 1. Juli ein neues Kapitel auf. Der bisherige Trainer der SSV Buer wird ab der neuen Saison für den Bundesligisten Hamburger SV hauptberuflich Spieler und Spiele beobachten. Im Gespräch mit RevierSport erzählt der 45-Jährige, dass für ein Traum in Erfüllung geht.

Nuni Kucukovic, wie stellt sich Ihre künftige Aufgabe als Scout für den HSV in der Praxis dar?
Ich werde einmal in der Woche hoch nach Hamburg fahren und mich dort mit Chef-Scout Michael Schröder treffen. Er hat dann die Einsatzpläne parat. Da der Verein bisher keinen Mann in Nordrhein-Westfalen hatte, kann ich weiter in Gelsenkirchen wohnen bleiben und werde hier in der Umgebung von Trainingseinheiten der Bundesligisten bis zur Jugend alles unter die Lupe nehmen.

Also zieht Ihr Sohn Mustafa alleine in den Norden?
Ja, er wohnt im Internat in Ochsenzoll, aber wir sehen uns am Wochenende regelmäßig. Endlich kann ich mir seine Spiele angucken, was vorher meistens wegen Termin-Überschneidungen nicht ging.

Bevor er in Hamburg unterschrieb wurde kolportiert, Sie hätten Ihren Jungen verkauft, da er lieber in Bochum geblieben wäre!
Das ist nicht die Wahrheit. Leider konnte mir Bochum keinen Job als Trainer oder Scout anbieten. Peter Neururer hat uns gesagt, dass es keinen Familien-Vertrag gibt. Auch für Mucki ist das eine Chance, sich in einem neuen Umfeld durchzusetzen. Er hat für vier Jahre als Vertrags-Amateur unterschrieben, also viel Zeit, sich zu entwickeln. Er ist erst 18 und noch A-Jugendlicher, wird aber beim HSV in der Regionalliga-Mannschaft spielen und eventuell oben mittrainieren.

Spekulieren Sie selbst auch auf einen Trainer-Job in einer höheren Spielklasse?
Damit habe ich mich noch nicht befasst. Bisher arbeite ich körperlich hart in einem Lager für Aluminium-Produkte, nun kann ich mit dem Sport den Lebens-Unterhalt für meine Familie bestreiten. Das ist ein Traum für mich, denn in mir wallt Fußballer-Blut.

Trotzdem: In Ihrer Heimat Bosnien waren Sie als Spieler und Coach aktiv, dann nach der Flucht nach Deutschland zehn Jahre lang in Buer. Werden Sie diese Art der Verantwortung nicht vermissen?
Ich bleibe der SSV erhalten. Falls Trainer Holger Siska mal ausfällt, helfe ich aus, kann auch das Training übernehmen. Dann hoffe ich, bald meine A-Lizenz absolvieren zu können. Leider wurde mein Fußball-Lehrer-Schein aus Bosnien hier nicht anerkannt, so dass ich die Prüfungen nachholen muss. Es ist viel zu tun, darauf freue ich mich ohne Ende.

Autor: hb

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