Rudi Assauer wird in den nächsten Tagen dem PSV Eindhoven ein neues Angebot für Mark van Bommel unterbreiten. Die Holländer haben sich inzwischen von ihrer ursprünglichen Forderung von sechs Millionen Euro Ablöse verabschiedet und würden sich auch mit einer Millionen weniger zufrieden geben.

SCHALKE 04 - Lincoln ja, Bastürk nein

hb
01. Juni 2004, 11:14 Uhr

Rudi Assauer wird in den nächsten Tagen dem PSV Eindhoven ein neues Angebot für Mark van Bommel unterbreiten. Die Holländer haben sich inzwischen von ihrer ursprünglichen Forderung von sechs Millionen Euro Ablöse verabschiedet und würden sich auch mit einer Millionen weniger zufrieden geben.

Rudi Assauer wird in den nächsten Tagen dem PSV Eindhoven ein neues Angebot für Mark van Bommel unterbreiten. Die Holländer haben sich inzwischen von ihrer ursprünglichen Forderung von sechs Millionen Euro Ablöse verabschiedet und würden sich auch mit einer Millionen weniger zufrieden geben. Auf diese Summe müssten aber noch Nebenkosten (für Berater etc.) aufgeschlagen werden. „Das können sie sich abschminken, wir zahlen keinen fünf bis fünfeinhalb Millionen“, winkt Team-Manager Andreas Müller ab.

Schalke kann sich den Luxus erlauben, auf van Bommel zu warten, denn dessen Wort gilt. „Ich bin mir mit Schalke einig über einen Vier-Jahresvertrag. Ich will zu Schalke, das ist ein Verein mit der Ambition, Meister zu werden“, gab der 26-jährige Mittelfeld-Motor in einem Gespräch mit der niederländischen Tageszeitung „De Limburger“ zu. „Wenn die Clubs sich einigen, steht einer Verpflichtung nichts mehr im Wege!“

Ab dem 1. Juli soll sich die Ablöse laut einer Vereinbarung mit Eindhoven auf vier Millionen reduzieren. „Davon weiß ich nichts, aber wir gehen fest davon aus, dass Mark zu uns kommen wird“, zeigt sich Müller gänzlich unaufgeregt. Bis zuletzt hatte sich der englische Premier League-Club Aston Villa um van Bommel bemüht, nun ist der Weg für den FC Schalke frei.

Neu im Gespräch ist der Lauterer Lincoln. „Ja, er spielt in unseren Überlegungen eine Rolle“, bestätigt Müller das Interesse an dem 25-jährigen Brasilianer. Cassio de Souza Soares, so sein vollständiger Name, hat bei den Pfälzern eine Seuchen-Saison hinter sich. Nur auf sechs Einsätze kam Lincoln in der abgelaufenen Bundesliga-Serie, zuletzt zum Auftakt der Rückrunde am 31. Januar (1:2 bei 1860 München) und wurde zwischenzeitlich vom Training suspendiert. „Wir suchen einen offensiven Mittelfeld-Spieler, er erfüllt unsere Anforderungen“, will Müller die Vorkommnisse beim FCK nicht überbewerten und Lincoln nur nach dessen sportlichen Qualitäten bewerten. Problem: Der Techniker mit Zug zum Tor besitzt bei den „Roten Teufeln“ noch einen Vertrag bis 2005, „Lautern will Geld für ihn“, weiß Müller, der immer wieder aufkeimenden Spekulationen um ein Interesse am Leverkusener Yildiray Bastürk im gleichen Atemzug eine Absage erteilt.

Das Werben um Lincoln widerlegt dabei erneut die oft aufgestellte These von Rudi Assauer, nur Spieler ohne Ablöse holen zu wollen. Die beiden Bremer Ailton und Mladen Krstajic sind die einzigen beiden Neuzugänge, die man nicht aus bestehenden Kontrakten heraus kaufen musste. Lincoln wie van Bommel und auch Marcelo Bordon kosten Bares. Die vorzeitige Verpflichtung des Abwehrspielers ist gegenüber anders lautenden Meldungen „noch nicht perfekt“. Müller: „Wir sind ständig im telefonischen Kontakt mit Stuttgart. Ich bin sehr optimistisch, dass Marcelo schon im Sommer bei uns spielen wird.“

Drei Brasilianer auf Schalke – nach all dem fußballerischen Gewürge in den vergangenen beiden Jahren kann das nun an den Tag gelegte Umdenken in der Einkaufspolitik dem spielerischen Niveau nur gut tun.

Autor: hb

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