Das Ende war absehbar, nun ist es endgültig: Ralf Pape macht Schluss, zumindest in der DEL. Dauerschlusslicht Duisburg zieht sich zurück und will in Liga drei wieder angreifen. RS sprach mit dem Mäzen über Rückzug und Perspektiven.
Der Schritt kam nicht überraschend.

Füchse Duisburg: Ralf Pape im Interview

"Ich habe lange genug verloren"

Aaron Knopp
21. März 2009, 21:34 Uhr

Das Ende war absehbar, nun ist es endgültig: Ralf Pape macht Schluss, zumindest in der DEL. Dauerschlusslicht Duisburg zieht sich zurück und will in Liga drei wieder angreifen. RS sprach mit dem Mäzen über Rückzug und Perspektiven.
Der Schritt kam nicht überraschend.

Was hat den letzten Ausschlag gegeben, der DEL den Rücken zu kehren?

Es macht für mich keinen Sinn, weiter Geld zu verbrennen und Söldnern in den Rachen zu werden. Ich habe Gespräche mit potenziellen Sponsoren geführt, aber die sind im Sande verlaufen. Die Leute sagen: Es macht keinen Sinn, wir müssen selber entlassen, auch wenn das Geld bei den Füchsen vielleicht ganz gut aufgehoben wäre. Dazu haben auch die Verhandlungen mit den sogenannten Stars zu nichts geführt.

Wobei ich die persönlich auch verstehen kann. Warum sollten sie auch freiwillig auf Geld verzichten?

Die hätten woanders keinen Vertrag bekommen, der auch nur annähernd an das Niveau heranreicht und 45, 50 Prozent Einbuße hinnehmen müssen.

Also haben Spieler wie Jean-Luc Grand-Pierre und Jan Alinc den DEL-Standort Duisburg ruiniert?

Das würde ich so nicht sagen, es ist eine Verkettung von vielen Dingen. Da würde ich bei mir selber anfangen. Ich habe die falschen Leute eingesetzt. Ich muss aber dazusagen, dass wir das Weitermachen nur aufgrund der Auf- und Abstiegsregelung erklärt haben. Als die dann nicht zustande kam, standen wir plötzlich unter Druck und mussten eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. Dafür mussten wir aber auch Zwei-Jahres- Verträge abschließen, sonst wären die gar nicht gekommen.

Mit welchem Gefühl verlassen Sie die DEL?

Ich bin Gesellschafter von über 40 GmbHs, da treffe ich fast stündlich Entscheidungen. Aber es ist natürlich schöner, eine Klasse aufzusteigen, als zwei runter zu gehen.

Jetzt soll es in der Oberliga weitergehen. Warum sollen sich die Fans das noch antun?

Sicherlich ist das für die nicht leicht und ich kann niemanden zwingen, zu den Spielen zu kommen. Aber ich selbst finde das Spiel einfach viel zu geil, um es mir nicht mehr anzusehen. Als ich die Entwicklung in Herne gesehen habe, habe ich wieder richtig Spaß am Eishockey bekommen.

Bleibt Willy Mühlenhaus Trainer?

Das ist für uns durchaus ein Thema. Natürlich erst, sobald die Zulassung für die Oberliga da ist. Er ist absolut eine Option, um das Training zu leiten, wird aber auch in der Koordination seine Arbeit weitermachen, dazu ist er dort viel zu wichtig. Wenn aber Lust hat, den Trainerjob zu übernehmen, warum denn nicht? Schließlich haben wir es mit ihm geschafft, uns wenigstens hoch erhobenen Hauptes aus der DEL zu verabschieden.

Welche Ziele verfolgen Sie dann mit den Füchsen überhaupt?

Man muss sehen, wie sich alles entwickelt. Mit Sicherheit werden wir versuchen, eine Mannschaft aufzustellen, die konkurrenzfähig ist. Wir werden nicht als Low-Budget-Team starten, denn verloren habe ich wirklich lange genug.

Autor: Aaron Knopp

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