Der Schock saß tief! Mit 56:60 nach Verlängerung mussten sich die Gastgeber der evo New Baskets Oberhausen im Halbfinale des Top 4 den ChemCats aus Chemnitz geschlagen geben.
Nachdem der Traum vom Pokalgewinn vor eigenem Publikum in der Willy-Jürissen-Halle geplatzt war, fand Trainer John F. Bruhnke deutliche Worte: „Das ist eine ganz bittere Stunde.

DBBL Top 4: Kein Happy-End für die New Baskets

„Eine ganz bittere Stunde“

Sarah Landsiedel
21. März 2009, 20:22 Uhr

Der Schock saß tief! Mit 56:60 nach Verlängerung mussten sich die Gastgeber der evo New Baskets Oberhausen im Halbfinale des Top 4 den ChemCats aus Chemnitz geschlagen geben.
Nachdem der Traum vom Pokalgewinn vor eigenem Publikum in der Willy-Jürissen-Halle geplatzt war, fand Trainer John F. Bruhnke deutliche Worte: „Das ist eine ganz bittere Stunde.

Unsere Leistung war dem großartigen Rahmen nicht angemessen und ich muss zugeben, dass ich mich auch ein wenig schäme.“

Auch Trainerkollegin Julia Gajewski stimmte ohne Wenn und Aber zu: „Wir haben die Situation, das ganze Drumherum einfach nicht in den Griff bekommen. Deshalb haben wir zurecht verloren.“

Dabei konnten die New Baskets die beiden ersten Viertel noch für sich entscheiden (19:12, 14:12), danach aber ließ die Konzentration und bei vermehrten Fehlwürfen auch der Glaube nach. Der Absteiger aus Chemnitz nutzte die Schwächephase der Gastgeber konsequent und sorgte dafür, dass sich im Schlussviertel, welches die Gäste mit 17:8 gewannen, ein Spiel auf des Messers Schneide entwickelte.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/015-16_preview.jpeg Die Gastgeber aus Oberhausen erzielten zu wenige Körbe, um ins Finale einzuziehen (Foto: firo).[/imgbox]

ChemCats-Trainer Raoul Scheidhauer musste hinterher dennoch eingestehen: „Es war viel Glück dabei. Der ausschlaggebende Punkt war einfach, dass wir überhaupt keinen Druck hatten, Oberhausen dafür umso mehr.“ Die Nerven seiner Spielerinnen jedenfalls hielten stand, kurz vor Schluss verwandelte Chevon Evette Keith zwei Freiwürfe zum vorentscheidenden 59:56.
Bei aller Enttäuschung gaben Gajewski und Bruhnke ihren Schützlingen gleich eine Kampfansage für das heutige Spiel um Platz drei gegen die Eisvögel Freiburg (13 Uhr) mit auf den Weg: „Weinen und Wut nach der Niederlage sind okay, aber ein Sieg gegen den USC ist Pflicht. Das sind wir dem Publikum und dem Verein schuldig.“

Das Finale ab 16 Uhr aber bestreiten Chemnitz und Titelverteidiger Saarlouis Royals, die sich souverän mit 84:63 gegen die Eisvögel durchgesetzt hatten. Royals-Trainer René Spandauw kommentierte entspannt: „Natürlich sind wir Favorit, alles andere wäre doch blöd. Aber Chemnitz ist gefährlich, denn sie haben überhaupt nichts zu verlieren.“

Das weiß auch Scheidhauer, der sich im Semifinale gegen NBO zwar über die Unterstützung der Saarlouis-Fans freute, aber nicht allzu fest daran glaubt, dass die heute ihr blaues Wunder erleben werden: „Der Sieg gegen Oberhausen war schon irreal. Zwei solche Partien an einem Wochenende halte ich für beinahe unmöglich“, meinte Scheidhauer, fügte aber schmunzelnd an: „Ich hätte dennoch nichts dagegen, wenn wir die auch ärgern könnten.“

Bei allem Aufwand, der für die Pokal-Endrunde betrieben wurde, wird den Oberhausenern das Ergebnis des Endspiels relativ egal sein. Wichtig ist, dass „wir die Saison nicht abhaken, sondern zunächst heute gegen Freiburg Wiedergutmachung betreiben und uns dann zu 100 Prozent auf die Play-offs konzentrieren“, fordert Bruhnke. Doch auch er weiß, dass diese bittere Pleite innerhalb von weniger als 24 Stunden nur ganz schwer aus den Köpfen zu vertreiben sein wird...

Autor: Sarah Landsiedel

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