So mancher Verein aus der Kreisliga C Gruppe 3 im Kreis Moers wird sich freuen gegen die zweite Mannschaft des SV Lintfort anzutreten. Der Grund: Die von Volker Schäfer trainierte Elf gilt als zuverlässiger Punktelieferant. Ein Pünktchen aus 17 Spielen mit einem Torverhältnis von 18:100 stellt die aktuelle Situation der Mannschaft in Deutschlands unterster Spielklasse dar. [i]Die Story[/i]

Kreisliga C 3 Moers: Ein Punkt aus 17 Spielen für SV Lintfort II

Hundert Gegentore und kein Ende?

Heiko Gaeb
05. Dezember 2006, 19:46 Uhr

So mancher Verein aus der Kreisliga C Gruppe 3 im Kreis Moers wird sich freuen gegen die zweite Mannschaft des SV Lintfort anzutreten. Der Grund: Die von Volker Schäfer trainierte Elf gilt als zuverlässiger Punktelieferant. Ein Pünktchen aus 17 Spielen mit einem Torverhältnis von 18:100 stellt die aktuelle Situation der Mannschaft in Deutschlands unterster Spielklasse dar. [i]Die Story[/i]

Da kann eine Reise an die Bertastraße neben einen dreifachen Punktgewinn auch schon mal eine deutliche Aufbesserung des Torverhältnisses mit sich bringen.
Der Abstieg begann für die Lintforter nach der abgelaufenen Spielzeit. Die zweite Mannschaft, ein rein jugoslawisches Team, stieg aus der Kreisliga B ab. Bis auf sieben Akteure verließen die Kicker allesamt den Klub Richtung Lokalrivalen DJK Lintfort. Der Rest des Kaders wurde mit Spielern aus dem Kader der dritten Mannschaft, die eh schon in der untersten deutschen Spielklasse kickte, aufgefüllt. Jetzt stellt der SV Lintfort nur noch zwei Senioren-Teams.

Ein Absturz mit Ansage möchte man meinen. Doch Melanie Koch, Geschäftsführererin im Verein stellt klar: "Es ist unverständlich, warum wir so weit unten stehen. Die Spieler verstehen sich untereinander gut und auch fußballerisch ist Potenzial da."
Seit sechs Spielen leitet Volker Schäfer die Truppe aus dem westlichen Ruhrgebiet. Für den bis dato als Co-Trainer agierenden 45-Jährigen ist es die erste Station als Cheftrainer. Seine Bilanz: Fünf Niederlagen und ein Remis. Sein Vorgänger Norbert Koch konnte nur Niederlagen vorweisen und warf folglich das Handtuch. Nebenbei ist er nämlich auch nach Fußballobmann und Platzwart.

Der aktuelle Übungsleiter der Kicker aus dem Kreis Wesel schimpft vor allem über den bisher einzigen Punktgewinn im Spiel gegen TV Kaldenhausen: "Das Unentschieden gegen Kaldenhausen war absolut unnötig. Bis kurz vor Schluss haben wir mit 4:1 geführt." Auch sonst stellt er seiner Mannschaft kein so schlechtes Zeugnis aus: "Wir haben oft gut gespielt, vor allen Dingen oft in der zweiten Hälfte. Wir hatten halt Pech, aber bald werden wir Punkte sammeln. Da bin ich mir sicher."

Der sechszehnköpfige Kader ist bunt gemischt. Von 20 bis 45 Jahren sind alle Altersklassen vertreten. Der Coach höchstpersönlich stellt dabei den ältesten Spieler, wenn er seine Schuhe mal wieder schnürt, um die "Mission Punktesammeln" zu bewältigen. "Die Stimmung im Team ist gar nicht schlecht und auch die Motivation stimmt. Wir müssen nur mal langsam anfangen zu punkten", sagte Schäfer.

Die Trainingsbeteiligung ist, wie in der Liga üblich, aber eher mau. Aus dem 16-er Kader kommen durschnittlich acht Kicker zu den Übungseinheiten.

Doch in Kamp-Lintfort zeigt man sich kämpferisch. In einer Krisenregion, wie sie im Ruhrgebiet häufig vorzufinden ist, herrscht nach der Insolvenz eines großen Mobilfunkherstellers bei vielen die Sorge um den Arbeitsplatz. Für den Fußballverein geht es nicht allem um die reinen Ergebnissen. "Da ist es wichtig, dass sich unsere Jugend anständig beschäftigt", meint Koch, der den Worten Taten folgen lassen will. So liegen bereits Fusionspläne in der Schublade, die schon zur kommenden Saison realisiert werden sollen. Der höchstklassige Verein der Stadt, der Landesligist Fichte Lintfort, Türkiyemspor und eben der SV Lintfort planen, sich zusammenzuschließen.

Die Geschäftsführerin, selbst fünffache Mutter, seufzt: "Wir haben zwei Kinder, die in Duisburg kicken, weil wir in der D-Jugend keine eigene Jugendmannschaft stellen." Das soll sich jetzt ändern. Gerd Wahle, erster Vorsitzender von Fichte, pflichtet bei: "Die Fusionsgespräche laufen bisher gut. Wir wollen einen starken Verein in der Stadt haben."

Das Hauptaugenmerk liegt dabei sicher auf der Jugendförderung. Der Landesligist stellt aktuell beispielsweise keine eigene A-Jugend. Durch den angedachten Zusammenschluss wäre dieses Problem gelöst und auch die Gemeinkosten könnten insgesamt reduziert werden. Weitere Gespräche zur Konkretisierung des Vorhabens sollen bald folgen.

Autor: Heiko Gaeb

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