Die Aufgaben eines Fußballtrainers beschränken sich nun einmal nicht nur auf den sportlichen Bereich, denn die Zusammenarbeit mit jungen Spielern erfordern reichlich psychologisches Feingefühl.

Sammer stellt sich "väterlich" vor sein Team

RS
14. Mai 2004, 12:58 Uhr

Die Aufgaben eines Fußballtrainers beschränken sich nun einmal nicht nur auf den sportlichen Bereich, denn die Zusammenarbeit mit jungen Spielern erfordern reichlich psychologisches Feingefühl.

Die Aufgaben eines Fußballtrainers beschränken sich nun einmal nicht nur auf den sportlichen Bereich, denn die Zusammenarbeit mit jungen Spielern erfordern reichlich psychologisches Feingefühl. So mancher Profi präsentiert sich in einigen Situationen nicht unbedingt als gestandener Mann, sondern muss liebevoll umhegt oder drastisch gescholten werden. Maßnahmen, die quasi väterliche Reaktionen bei dem einen oder anderen Coach einfordern. Vielleicht behütet "Papa" Sammer seine Jungs nach der drastischen 2:6-Klatsche in Berlin in besonderer Manier. "Es ist doch Quatsch, zu behaupten, die Mannschaft hat keine Moral", stellt der Rotschopf klar, "wer, wie wir gegen Hertha 22 Mal auf das gegnerische Tor schießt, der beweist das Gegenteil. Wir sind nicht untergegangen, auch wenn das nackte Ergebnis etwas anderes aussagt." Kämpferisch schiebt er nach: "Noch vor einem halben Jahr haben wir in machen Spielen nur eine oder zwei Mal auf das Tor geschossen."

Auch seine Abwehr will der 36-Jährige keinesfalls in Schutt und Asche wiss
en: "Die Innenverteidigung musste ständig umgebaut werden. Da fehlten an der Spree neben Christoph Metzelder auch Christian Wörns und Guy Demel. Ich will die Dinge nicht schön reden, aber sie erklären." Sein Fazit fällt dann auch alles andere als negativ aus: "Wir haben eine überzeugende Rückrunde gespielt und sehr, sehr viel Aufwand betrieben, um in die Nähe der UEFA-Cup-Plätze zu kommen. Da passt es einfach nicht ins Bild, wenn plötzlich wegen eines Spieles alles in Frage gestellt wird, auch wenn wir einen oder drei Punkte in Berlin hätten holen müssen."

Er hat sie also doch lieb, seine Akteure, mit denen er in der laufenden Saison wahrlich durch dick und dünn gegangen ist: "Die junge Mannschaft hat bittere Rückschläge hinnehmen müssen. In Form von Verletzungen, aber auch in sportlicher Hinsicht in den Begegnungen gegen Cottbus und Brügge." Sie ist immer wieder zurückgekommen, was dem Fußball-Lehrer Respekt abverlangt: "Wie das Team diese Enttäuschungen weggesteckt hat, kann ihr nicht hoch genug angerechnet werden." Vielleicht revanchieren sich die Spieler ja und schenken ihrem Coach am Samstag als Gegenleistung eine Dreier gegen Mönchengladbach. Denn Punkte machen Profis froh, Trainer ebenso.

Autor: RS

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