Uwe Menzel traute seinen Augen nicht, als er am vergangenen Sonntag gegen 14 Uhr den Sportplatz an der Fürstinnenstraße betrat. Hier im Stadtteil Feldmark ist der VfB Gelsenkirchen zuhause. Eigentlich sollte es um 15 Uhr gegen den Tabellenletzten Schwarz-Weiß Süd, dem Heimatverein der Altintop-Zwillinge Hamit und Halil, um Punkte in der Kreisliga B gehen.

Gelsenkirchen: An der Fürstinnenstraße hängt ein Tor durch

Nachgemessen: Sechs Zentimeter Neigung

20. März 2009, 08:24 Uhr

Uwe Menzel traute seinen Augen nicht, als er am vergangenen Sonntag gegen 14 Uhr den Sportplatz an der Fürstinnenstraße betrat. Hier im Stadtteil Feldmark ist der VfB Gelsenkirchen zuhause. Eigentlich sollte es um 15 Uhr gegen den Tabellenletzten Schwarz-Weiß Süd, dem Heimatverein der Altintop-Zwillinge Hamit und Halil, um Punkte in der Kreisliga B gehen.

Doch Schiedsrichter Menzel holte erst einmal das Einverständnis der Beteiligten ein, ob überhaupt angepfiffen werden sollte.

Was war da los?

"Der Trainer der Gästemannschaft hat reklamiert, dass mit dem Tor auf der rechten Seite des Platzes in der Mitte durchhängt. Also habe ich nachgemessen und tatsächlich, in der Mitte fehlen sechs Zentimeter", stellte Menzel fest, dass der Kasten nicht der vorgeschriebenen Höhe von 2,44 Metern entspricht. "Eigentlich wollte Schwarz-Weiß Süd vorher Protest gegen die Wertung der Partie einlegen, aber dann haben wir pünktlich um 15 Uhr angefangen. Nach dem 1:1-Endstand war das für die Jungs kein Thema mehr."

Menzel vermerkte den schiefen Balken allerdings in seinem Spielbericht, den er pflichtgemäß sofort an Staffelleiter Peter Besan schickte. Der Vorsitzende des Erler SV 08 zeigte sich überrascht. "Bisher ist der Fall noch nicht aktenkundig. Aber wenn es wirklich so aus, dass das Tor nicht den geforderten Maßen entspricht, muss natürlich sofort etwas getan werden", spielte Besan den Ball dem für die Pflege der Platzanlagen zuständigen Stadtsportbund zu.

Jürgen Kevenhörster nahm den Flachpass bereits am Dienstag auf. Der Gelsensport-Mitarbeiter hat Sportplatz-Kontrolleur Johannes Schulte damit beauftragt, den schiefen Balken von Feldmark zu richten. "Er muss den Querpfosten bis zu den nächsten Spielen aufrichten und im Boden etwas Beton aufgießen, damit das Tor wieder stabilen Halt hat", sagt Kevenhörster. "Falls das nicht reicht, werden wir kurzfristig ein neues Tor besorgen."

Wie die Hängepartie an der Fürstinnenstraße zustande gekommen ist, dafür hat er eine recht einfache Erklärung. "Wenn man sich mit drei, vier Leuten an so eine Torlatte hängt, dann biegt die sich irgendwann durch", mag er einen Dumme-Jungen-Streich nicht ausschließen.

Am Samstag wird beim VfB wieder gespielt, so viel ist sicher. Falls vorher ein paar Leute mit zu viel Tagesfreizeit den Platz stürmen und Klimmzüge am weißen Rechteck üben, muss halt wieder der Mann mit dem Betonmischer und der Wasserwaage raus.

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