Hinter dem SV Holzwickede liegen 14 turbulente Spieltage. Nach dem absoluten Fehlstart legte der Traditionsverein eine Serie hin. Seit dem 7. Spieltag ist das Team unbesiegt und gewann dabei die letzten fünf Partien. Trainer Marcus Reis sprach mit revierkick.de über die Gründe des Fehlstarts, die Verhältnisse in Holzwickede und darüber, warum es jetzt wieder besser läuft.

Im Interview: Marcus Reis (Trainer SV Holzwickede)

"Mit Geld allein lässt sich das auch nicht regeln"

Felix Guth
01. Dezember 2006, 12:57 Uhr

Hinter dem SV Holzwickede liegen 14 turbulente Spieltage. Nach dem absoluten Fehlstart legte der Traditionsverein eine Serie hin. Seit dem 7. Spieltag ist das Team unbesiegt und gewann dabei die letzten fünf Partien. Trainer Marcus Reis sprach mit revierkick.de über die Gründe des Fehlstarts, die Verhältnisse in Holzwickede und darüber, warum es jetzt wieder besser läuft.

revierkick.de: Wie ist der plötzliche Aufschwung zu erklären?

Reis: Wir haben ab dem fünften Spieltag endlich gehandelt, nachdem wir lange gezögert haben. Die ersten Spiele haben wir nach individuellen Fehlern verloren, es lief oft unglücklich. Nach dem Kemminghausen-Spiel, wo wir beim 5:1 endlich auch mal die Tore gemacht haben, lief es dann. Wichtig war auch die Rückkehr von Sebastian Wulf, der mit seinen Toren gezeigt hat, wie wichtig er ist. Mittlerweile läuft das Spiel nach vorne gut und die Abwehr steht stabil. Ich glaube, das hat Zukunft.

revierkick.de:Wo lagen die Probleme zu Beginn der Saison?

Reis: Fußball war eigentlich weniger ein Thema. Wir hatten zwischenmenschliche Probleme. Wir haben vor der Saison versucht, einen anderen Weg zu gehen und auf mehr erfahrene Leute zu setzten. Da haben sich die Etablierten der letzten Jahre natürlich zurückgedrängt gefühlt. Es war auch eine Lehre für mich als Trainer, dass ich vielleicht zu lange zugesehen habe. Nachdem die Vorbereitung gut angefangen hatte, kamen die Probleme. Außerdem haben wir viele neue Spieler geholt, da braucht es seine Zeit bis es sich findet. Der Druck, der entstanden ist, war für mich eine neue Situation.

revierkick.de:Was ist in dieser Saison noch möglich?

Reis:Wir haben gesagt, dass wir unter die ersten Fünf wollen und das bleibt auch weiter unser Ziel. Wir wollen jetzt die drei Spiele bis zur Winterpause noch gewinnen und damit für positive Stimmung sorgen. Normalerweise ist Aplerbeck zu stark, auch wenn ich sie für schlagbar halte. Man muss abwarten was passiert, wenn die jetzt gegen Herbern tatsächlich mal patzen sollten.

revierkick.de:Die Bezirksliga scheint für einen Verein wie den HSV mit seinen äußeren Bedingungen zu wenig. Gibt es einen Plan, in den nächsten Jahren die Spitze anzugreifen?

Reis: Die Örtlichkeiten hier kann man wirklich nicht besser haben. Wir haben jetzt sogar seit kurzem einen Kunstrasenplatz, den wir im Winter nutzen können. Ich denke, das, was hier angepackt wurde, mit Spielern aus der Region und überschaubarem Risiko zu arbeiten, macht Sinn. Natürlich will man hier langfristig aus der Bezirksliga raus. Aber mit Geld allein lässt sich das auch nicht regeln. Das sieht man ja in diesem Jahr, wo mit Aplerbeck eine gewachsene Mannschaft oben steht und Weddinghofen mit mehr Geld nicht.

revierkick.de:Liegt Ihre persönliche Zukunft denn auch in der Bezirksliga?

Reis: Ich bin jetzt im vierten Jahr hier Trainer und das letzte halbe Jahr war das bislang schwierigste. Natürlich nutzt sich so ein Verhältnis auch ab. Aber im Moment spricht überhaupt nichts dagegen weiterzumachen, ich fühle mich wohl. Ich denke, da wird man im Winter sprechen. Mein Ziel ist die Weiterentwicklung der Mannschaft.

Autor: Felix Guth

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