Dortmunder Dämpfer für Münchens Meisterträume

17. April 2004, 17:43 Uhr

Der FC Bayern München hat im Kampf um die Meisterschale einen herben Rückschlag einstecken müssen. Im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund unterlag der Zweite der Bundesliga nach Treffern von Ewerthon und Wörns mit 0:2.

Bundesligist Borussia Dortmund hat die Meister-Träume von Titelverteidiger Bayern München voraussichtlich beendet und zugleich seine Erfolgsserie im Rennen um einen UEFA-Cup-Platz fortgesetzt. Nach dem 2:0 (0:0) im emotionsgeladenen Prestige-Duell könnte Tabellenführer Werder Bremen mit einem Erfolg im Sonntag-Spiel gegen Hannover 96 seinen Vorsprung auf die Bayern auf zehn Zähler ausbauen.

Durch Ewerthons zwölftes Saisontor per Foulelfmeter (55.) und den ersten Treffer der laufenden Spielzeit von Nationalspieler Christian Wörns (68.) blieben die Westfalen auch im sechsten Spiel hintereinander ohne Niederlage. Unrühmlicher Tiefpunkt der besonders nach dem Seitenwechsel hektischen Begegnung war die Gelb-Rote-Karte gegen Münchens Nationalspieler Michael Ballack (68. ) wegen wiederholten Foulspiels.

83.000 Zuschauer im ausverkauften Westfalenstadion sowie DFB-Teamchef Rudi Völler erlebten eine von Vorsicht geprägte erste Spielhälfte. Zwar bemühte sich Dortmund um Dominanz, ließ jedoch den nötigen Zug zum Tor vermissen, um die von Jens Jeremies gut gestaffelte Abwehr ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Die wenigen erfolgsversprechenden Möglichkeiten der Bayern reduzierten aus Abwehr-Fehlern der Borussen, blieben für die Hausherren jedoch ohne Folgen.

Erst nach Wiederanpfiff agierten beide Teams wesentlich aggressiver. Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) hatte die Begegnung in seinem 241. Bundesliga-Einsatz, womit der Referee die ewige Bundesliga-Rangliste nunmehr anführt, jederzeit im Griff. Bei der einzigen Fehlentscheidung, dem Elfmeterpfiff nach einer Attacke von Hasan Salihamidzic gegen den Dortmunder Salvatore Gambino, vertraute Merk seinem Linienrichter Heiner Müller.

Nachdem sich die erhitzen Münchner Gemüter abgekühlt hatten, schlichen sich einige Nickeligkeiten ein. Die Gelb-Rote-Karte gegen Ballack passte jedoch in das Bild, dass der Münchener über die gesamte Partie bot.

Noch bevor Ballack das Feld verließ, sorgte der überragende Dortmunder Abwehr-Routinier Wörns aus kurzer Distanz für die Entscheidung. Die Bayern hatten in Unterzahl kaum etwas zuzusetzen und hätten durch die Dortmunder Konter in der Schlussphase sogar noch höher verlieren können. Dortmund gelang der Erfolg, obwohl die Westfalen in Nationalspieler Torsten Fings, dem gesperrten Stefan Reuter sowie dem angeschlagenen Evanilson drei Leistungsträger der vergangen Wochen ersetzen mussten.

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