Bremer hoffen auf Dortmunder Schützenhilfe

17. April 2004, 08:36 Uhr

Heute kommt es im Dortmunder Westfalenstadion zum Klassiker zwischen Borussia Dortmund und Bayern München. Bayern will siegen, um sich die minimale Chance auf den Titel zu erhalten, der BVB will noch in den UEFA-Cup.

Werder Bremen schaut gespannt nach Dortmund. Im Dortmunder Westfalenstadion kommt es heute zum emotionsgeladenen Aufeinandertreffen zwischen den Rivalen aus Dortmund und Bayern München. Die Bremer erhoffen sich bei diesem Bundesligaspiel Schützenhilfe vom BVB, um im günstigsten Fall die Meisterschaft bereits am nächsten Wochenende feiern zu können.

Hitzfeld will Bremen unter Duck setzen

"Wir müssen drei Punkte holen, um die Spannung aufrechtzuerhalten", forderte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld, der die Hanseaten mit einem Dreier vor deren Heimspiel am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) gegen Hannover 96 in Zugzwang bringen will, und versuchte, von der eigenen Situation abzulenken: "Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, auch nicht durch irgendwelche Äußerungen. Fest steht: Wir dürfen keinen Gang zurückschalten, es geht immerhin noch um Platz zwei."

Kahns Einsatz fraglich

Torhüter Oliver Kahn, hinter dessen Einsatz vor 83.000 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion noch immer ein kleines Fragezeichen steht, erklärte das Prestige-Duell zum "Endspiel". Hitzfeld erwartet deshalb ein "heißes Spiel", weil auch Dortmund, wo er mit zwei Meisterschaften (1995 und 1996) und dem Vereinsrekord von 385 Punkten in 208 Spielen Geschichte schrieb, dringend drei Zähler im Rennen um einen UEFA-Cup-Platz benötigt. Fifa-Referee Markus Merk (Kaiserslautern) soll für das Fairplay auf dem Rasen sorgen, denn allein in den vergangenen neun Duellen gab es neun Platzverweise.

Das verbale Geplänkel zwischen den Offiziellen der beiden erfolgreichsten deutschen Klubs der vergangenen zehn Jahre endete remis, nachdem Uli Hoeneß in der tz gegen den Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc noch einmal nachtrat: "Der ist ein Wadlbeißer und sonst nichts." Gleichzeitig bestätigte der Bayern-Manager das Interesse des Rekordmeisters an Dortmunds Nationalspieler Torsten Frings: "Wir werden unsere klaren Vorstellungen vortragen. Nur so viel: Er ist ein Spieler, der uns interessiert."

Sammer glaubt an sein Team

Der Einsatz des 27 Jahre alten Mittelfeldspielers bleibt indes äußerst fraglich, für Frings steht der Tscheche Tomas Rosicky 49 Tage nach seinem Unterarmbruch parat. Doch anders als beim 1:4 im Hinspiel, als 13 verletzte Spieler fehlten, sehen sich die Dortmunder angesichts einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage zumindest sportlich wieder auf Augenhöhe mit dem Erzrivalen. BVB-Coach Matthias Sammer: "Wir haben eine Chance. Man muss nur an sich glauben."

Neben den Bremern wird auch die BVB-Konkurrenz im Rennen um einen Uefa-Cup-Platz, die Nachbarn VfL Bochum (am Sonntag beim Tabellenschlusslicht 1. FC Köln) und Schalke 04 (gegen Bayer Leverkusen), nach Dortmund blicken.

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