Den 1. FC Kaiserslautern plagt zur Zeit nicht nur die Angst vor dem Absturz in die 2. Liga. Denn im Falle eines Abstiegs droht dem Bundesligisten sogar der Lizenzentzug und damit der Gang in die Regionalliga.

Kaiserslautern droht Absturz in die Regionalliga

13. April 2004, 13:21 Uhr

Den 1. FC Kaiserslautern plagt zur Zeit nicht nur die Angst vor dem Absturz in die 2. Liga. Denn im Falle eines Abstiegs droht dem Bundesligisten sogar der Lizenzentzug und damit der Gang in die Regionalliga.

Schlimmer geht´s nimmer als derzeit beim 1. FC Kaiserslautern: Die Mannschaft des Bundesligisten präsentiert sich wenig erstligatauglich, der neue Trainer Kurt Jara hat auch keine Wende gebracht und bei einem Abstieg droht auch noch der Lizenzentzug. Den "Roten Teufeln" droht der höllische Absturz in die dritte Liga. "Sollten wir absteigen, dann ist die Lizenz absolut in Gefahr", erklärte FCK-Boss Rene C. Jäggi.

Auf Gehaltsverzicht angewiesen

Hintergrund von Jäggis ungeschönter Äußerung sind die hochdotierten Altverträge mit den FCK-Profis. "Diese Gehälter sind in der zweiten Liga für uns nicht bezahlbar. Wir können nur an die Ehre der Spieler appellieren", meinte der Schweizer Unternehmer gegenüber der Bild-Zeitung beinahe hilflos.

Denn die im Falle eines Abstiegs von der Deutschen Fußball Liga (DFL) geforderten Einsparungen von 13,5 Millionen Euro allein im Lizenzspielerbereich sind so nicht zu bewerkstelligen. Auf Gnade bei der DFL können die "armen Teufel" auch nicht mehr hoffen. Verfehlungen in der Vergangenheit hatten bereits zu einer Geldstrafe in Höhe von 125.000 Euro sowie einem Abzug von drei Punkten für die laufende Saison geführt.

Angespannte Personallage

Der in der laufenden Spielzeit von Jäggi als Vorstandsassistent eingesetzte Olaf Marschall widerspricht zwar seinem Chef und geht auch von einer Lizenz für die zweite Liga aus. Doch dafür klingt Marschalls sportliche Bilanz wie eine Bankrotterklärung. "Diese Mannschaft hat sicher keine Zukunft", sagte der 38-Jährige nach dem 0:6-Desaster am vergangenen Samstag bei Bayer Leverkusen und der höchsten FCK-Pleite seit dem 23. März 1985 (0:7 bei Borussia Mönchengladbach). Marschall hat nur noch Durchhalteparolen zur Hand: "Egal wie, wir müssen diese Runde überstehen."

Das wird schwierig genug. Nach nur einem Punkt aus vier Spielen trennt die Pfälzer nur noch das bessere Torverhältnis gegenüber Hertha BSC Berlin von einem Abstiegsplatz. Zudem ist die personelle Notlage vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hansa Rostock weiter eklatant. Neben Nationalstürmer Miroslav Klose (Innenbandeinriss im Knie) stehen Jara auch die verletzten Ciriaco Sforza, Herve Lembi, Dimitrios Grammozis und Hany Ramzy sowie der in seine Heimat Brasilien zurückgekehrte Lincoln nicht zur Verfügung. Dass Jaras Vorgänger Erik Gerets in Thomas Hengen, Steffen Freund und Markus Anfang gleich drei Spieler suspendiert hat, macht die Situation nicht einfacher.

Selbst beim Klassenerhalt droht dem FCK in der kommenden Spielzeit der Ausverkauf. Nach dem bereits feststehenden Transfer von Klose zu Werder Bremen liebäugelt Sturmpartner Vratislav Lokvenc mit einem Wechsel zum VfL Bochum. Kapitän Aleksander Knavs scheint sich mit dem VfL bereits einig zu sein. Die Zukunft des FCK ist ungewisser als je zuvor.

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