Eine längst überfällige Entscheidung wird endlich vollzogen, auch wenn sie unter dem Strich eine kostspielige Angelegenheit wird. Borussia Dortmund lässt sich von Marcio Amoroso scheiden, egal ob der Brasilianer seine Zustimmung erteilt oder nicht.

BVB - Gehaltsfrage

raka
03. April 2004, 13:48 Uhr

Eine längst überfällige Entscheidung wird endlich vollzogen, auch wenn sie unter dem Strich eine kostspielige Angelegenheit wird. Borussia Dortmund lässt sich von Marcio Amoroso scheiden, egal ob der Brasilianer seine Zustimmung erteilt oder nicht.

Eine längst überfällige Entscheidung wird endlich vollzogen, auch wenn sie unter dem Strich eine kostspielige Angelegenheit wird. Borussia Dortmund lässt sich von Marcio Amoroso scheiden, egal ob der Brasilianer seine Zustimmung erteilt oder nicht.

Das betonte Sportdirektor Michael Zorc noch einmal eindringlich: "Für uns ist die Trennung vollzogen. Marcio Amoroso wird für den BVB keinen Fußball mehr spielen. Ein Profi hat auch Pflichten, diese hat er vollkommen vernachlässigt. Wir streben eine einvernehmliche Lösung ab. Aber wenn sie nicht zu erzielen ist, ändert das nichts." Bereits am Dienstag hatte Michael Meier verkündet: "Wir legen keinen Wert mehr auf Spieler, die dem Arbeitgeber so wenig Respekt entgegenbringen, wie wir dies im Falle Marcio Amoroso mehrfach erleben mussten." Die entsprechenden Unterlagen liegen dem einstigen Torschützenkönig vor, sie müssen "nur" noch unterzeichnet werden. Der BVB-Manager gibt sich optimistisch: "Ich gehe davon aus, dass die Formalitäten in den nächsten Tagen geklärt werden."

Bei dem 29-jährigen Kicker weiß man allerdings nie, was er noch an Hindernissen aus dem Hut zaubert, denn in dieser Hinsicht war er gerade in den letzten sechs Monaten äußerst erfinderisch.

So wird aus seinem Umfeld das Gerücht gestreut, die Schwarz-Gelben hätten ihm bei seinem letzten Deutschland-Aufenthalt im Dezember zugesagt, trotz seiner Verletzung einen Teil seines Gehaltes zu bezahlen. Zur Erläuterung: Die Berufsgenossenschaft zahlt im Monat nur 6.000 Euro, die private Krankenversicherung des Südamerikaners deckt nicht die Differenz zum geschätzten Monatsgehalt von 375.000 Euro.

Dieses entsprechende "Manko" fordert der Spieler nun ein. Zorc dazu: "Ich werde in der Öffentlichkeit keine Einzelheiten aus Verträgen preisgeben. Nur so viel, wir sind unseren Pflichten nachgekommen." Gleichzeitig weist das Urgestein Einwände zurück, Vertreter der Borussen hätten sich in Brasilien über den Gesundheitszustand unterrichten sollen: "Es ist immer noch unser gutes Recht zu verlangen, dass ein Angestellter, der in Deutschland arbeitet, auch hier erscheint. Schließlich hat er keinen Vertrag in Rio oder Sao Paulo. Wenn wir uns auf so etwas einlassen würden, benötigen wir in Zukunft fünf Flugzeuge, um alle unsere Spieler in der Welt zu besuchen. Wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Er hatte bei uns einen Termin am 18. März und ist nicht erscheinen."

Sollte der Kontrakt in naher Zukunft der Vergangenheit angehören, schießt der Verlust der Dortmunder für das laufende Geschäftsjahr noch weiter in die Höhe, da Amoroso in jeder Saison mit etwa sieben Millionen Euro abgeschrieben wird. Ursprünglich über die vereinbarte Vertragslaufzeit von vier Jahren.

Das letzte fehlt nun aber, also werden außerordentliche Aufwendungen in gleicher Höhe entstehen und der für 25 Millionen Euro einst aus Parma gekommene Angreifer belastet die Gewinn- und Verlustrechnung (ohne Gehalt) allein mit nahezu 14 Millionen Euro. Es gibt aber auch einen positiven Effekt, der allerdings erst in der nächsten Saison eintritt, wenn so die Kosten für Amororo (mit Gehalt) um 11,5 Millionen Euro sinken.

Der Exzentriker selbst ist aber im Falle der Vertragsauflösung ablösefrei. Damit der BVB nicht plötzlich gegen ihn im kommenden Jahr antreten muss, soll, so wird es zumindest vom Zuckerhut bestätigt, eine Klausel eingebaut werden, dass bei einem Wechsel innerhalb der Bundesliga ein Betrag von fünf Millionen Euro fällig werden. Doch welche vernünftig denkende Klubführung kommt bei dieser Vorgeschichte auf den abwegigen Gedanken, die "Diva" zu verpflichten?

Autor: raka

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