In der Meisterschaft auf Platz drei mit Sichtkontakt zur Pole-Position, im Westfalen-Pokal nach dem 3:2-Sieg über Hamm wieder eine Runde weiter. Sportlich läuft es in Kornharpen derzeit mehr als rund. Wenn da nicht nach dem Absprung potenter Sponsoren die finanziellen Sorgen wären. Doch die ungewisse Zukunft macht der Mannschaft anscheinend gar nichts aus. [i]Das Porträt[/i]

Porträt: Verbandsliga-Allrounder Sebastian Kleine (Vorwärts Kornharpen)

Kommissaranwärter verhaftet gegnerische Stürmer

30. November 2006, 15:21 Uhr

In der Meisterschaft auf Platz drei mit Sichtkontakt zur Pole-Position, im Westfalen-Pokal nach dem 3:2-Sieg über Hamm wieder eine Runde weiter. Sportlich läuft es in Kornharpen derzeit mehr als rund. Wenn da nicht nach dem Absprung potenter Sponsoren die finanziellen Sorgen wären. Doch die ungewisse Zukunft macht der Mannschaft anscheinend gar nichts aus. [i]Das Porträt[/i]

28 Punkte stehen zu Buche, mit 40 Toren verfügt Vorwärts über den torgefährlichsten Angriff der Liga. Neben „Oldie“ Guido Silberbach (12 Treffer) haben sich auch Daniel Gavranovic (9) und Sebastian Kleine (10) in der Spitzengruppe der Torjäger eingenistet.

Besonders Letzterer sorgt dabei für erstauntes Kopfschütteln bei den Fans. Als Stürmer begann Kleine die Saison, plötzlich stand er in der Innenverteidigung, um dann zuletzt wieder im Angriff für Furore zu sorgen. „Er erfüllt jeden Part hervorragend“, ist sein Trainer Jörg Silberbach stolz und lobt den Spielführer: „Sebastian ist ein vorbildlicher Kapitän. Er ist auf und neben dem Platz eine echte Führungspersönlichkeit. Fußballerisch steht er aber erst am Anfang seiner Karriere.“ Übersetzt: Silberbach geht davon aus, dass dem 23-Jährigen während der Winterpause etliche Angebote auf den Tisch flattern werden. Kleine macht sich derweil (noch) keine Wechselgedanken. „Sorgen mache ich mir nicht, aber ich bin auf die Entscheidung gespannt, die in den nächsten Tagen fallen soll. Im Spiel ist das ganze Finanztheater kein Thema.“

Das sieht man Woche für Woche, denn besonders Kleine bringt konstant gute Leistungen. „In der Jugend war ich immer Libero oder Abwehrspieler, daher kann ich es ganz gut“, berichtet der 1,98 Meter-Hüne. „Dann lief es zu Saisonbeginn hinten nicht so toll, Jörg wusste, dass ich auch diese Position bekleiden kann.“
[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_175.jpg Sebastian Kleine überzeugt sowohl in der Vorwärts-Abwehr als auch im Sturm. Foto: Vorwärts Kornharpen[/imgbox]
Und so kam es, dass Kleine plötzlich neben Dennis Gidaszewski in der Innenverteidigung abräumte. Mit Erfolg. „Wir verstehen uns“, nickt der Kommissaranwärter, der im Sommer 2007 sein
Staatsexamen bauen wird. „Das erste Mal bin ich in Erndtebrück zurück gegangen, damals hatten die noch einen guten Sturm“, erinnert sich Kleine. „Ich sehe das nicht als Degradierung. Im Gegenteil: Heute ist es wichtig, vielseitig einsetzbar zu sein. Bei Standards bin ich natürlich mit vorne.“ Denn das Kopfballungeheuer möchte nicht ganz auf seine Tore verzichten.

„Die Mannschaft hat insgesamt eine eingebaute Treffergarantie. Es ist vollkommen egal, wer einlocht, aber ich bin natürlich glücklich, wenn ich ein Ding erziele.“ Auch gegen Hamm war Kleine zur Stelle und freut sich nun auf die Pokal-Partie bei Preußen Münster. „Das ist ein Traum“, gibt der sympathische Allrounder zu. „Wir haben ja nicht so viele Zuschauer, deshalb ist es etwas ganz besonderes, da Münster immer eine tolle Kulisse hat.[infobox-right][imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_166.jpg Gefunden in: RevierSport.[/imgbox]Ab Februar 2007 werden reviersport.de und revierkick.de zu einem neuen Sportportal verschmelzen.[/infobox]

Auch abseits des Platzes ist Kleine bodenständig. Seit über einem Jahr ist er mit seiner Freundin Silke (24 Jahre) zusammen. “Und auch immer für alle Jungs da", freut sich Silberbach über die offenen Ohren seiner „rechten Hand“. Kleine gibt auch das Tempo für den kommenden Auswärtsauftritt bei Siegen II vor. „Die sind schwer einzuschätzen, weil wir abwarten müssen, welche Leute aus der Regionalligaelf herunter kommen“, runzelt Kleine ein wenig die Stirn, um dann allerdings mit breiter Brust nachzulegen: „Doch die Aufgabe ist lösbar. Wir wollen oben dran bleiben, dafür müssen wir bei den Sportfreunden gewinnen.“

Um sich richtig auf den Dreier einzuschwören, hat das Team auf der langen Anfahrt genügend Zeit: „Wir trainieren seit dieser Woche extra auf dem Kunstrasen des Leichtathletikzentrums“, berichtet Kleine. „Wir treffen uns dann ein bisschen früher, der Vorstand sorgt für die Verpflegung. Im Bus werden wir uns dann richtig konzentrieren, denn die lange Rückfahrt macht nur mit einem Sieg im Rücken Spaß.“

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