Bayern und Stuttgart vor schweren Auswärtshürden

03. April 2004, 08:20 Uhr

Um den Rückstand auf Spitzenreiter Werder Bremen zu verkürzen, brauchen Bayern München und der VfB Stuttgart am heutigen 27. Bundesliga-Spieltag dringend Siege beim 1. FC Kaiserslautern und beim VfL Wolfsburg.

Während Bayern München und der VfB Stuttgart weiter um ihre letzte Chance im Titelkampf spielen, wird es im Abstiegskampf gleich für mehrere Teams ernst. Im Kampf gegen die Zeit und um den Klassenerhalt beginnen für die Kellerkinder der Bundesliga am Wochenende endgültig die Wochen der Wahrheit. Trainer Jürgen Röber indes könnte beim VfL Wolfsburg schon bei einer weiteren Niederlage heute gegen Vizemeister VfB Stuttgart (15.30 Uhr/live bei Premiere) die Stunde schlagen. "Ich weiß um meine Situation, die sicherlich nicht positiv ist. Deshalb sollten wir am besten drei Punkte holen, um die Diskussion zu beenden", betonte der 50-jährige Röber, den angesichts der Rückrundenbilanz von bis dato sieben Pleiten in neun Partien wohl nur ein Sieg vor der Entlassung bewahren kann.

Einige von Röbers Kollegen müssen acht Spieltage vor Saisonschluss zwar nicht um ihren Trainerstuhl, aber stark um den Ligaverbleib zittern. Während Schlusslicht 1. FC Köln (gegen Eintracht Frankfurt) und 1860 München (gegen Hannover 96) auf direkte Abstiegskonkurrenten treffen, genießt der 1. FC Kaiserslautern gegen Meister Bayern München immerhin auch Heimrecht.

Spitzenreiter Bremen greift erst Sonntag ein

Werder Bremen kann dem Match der Bayern gelassen zuschauen. Der mit neun Punkten vor den Bayern führende Spitzenreiter will am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) gegen auswärts bislang sieglosen SC Freiburg einen weiteren Schritt in Richtung vierte Meisterschaft machen.

Die Bayern haben die Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd zwar noch nicht aufgegeben, aber den Titelverteidiger erwartet auf dem Betzenberg vor einer Rekordkulisse von 47.315 Zuschauern ein heißer Tanz. "Kaiserslautern ist immer die Hölle", warnte Nationalkeeper Oliver Kahn vor den "Roten Teufeln".

Lienen wartet mit 96 auf ersten Sieg

Zumal FCK-Trainer Kurt Jara, unter dem die Pfälzer zuhause noch ungeschlagen sind, die Stimmung dieser Tage mächtig anheizte. "Ich erwarte Action und Biss, Gift und Galle bis zum Schlusspfiff", betonte Jara ungeachtet des Ausfalls von Nationalstürmer Miroslav Klose (Innenbandeinriss im Knie).

Auf seinen ersten Erfolg mit Hannover 96 wartet seit seinem Amtsantritt am 9. März noch Coach Ewald Lienen, der die Partie bei den um vier Punkte besser platzierten Münchner "Löwen" zum Schicksalsspiel hochstilisiert hat. "Für uns sind drei Punkte überlebenswichtig. Wir müssen Siegeswillen zeigen, gegen einen direkten Konkurrenten umso mehr", fordert Lienen und setzt wohl erstmals auf einen Doppel-Sturm mit dem zuletzt starken Thomas Brdaric und Thomas Christiansen.

Abstiegskampf pur bei Köln gegen Frankfurt

Die "60er" strotzen indes nach dem 3:0 bei Eintracht Frankfurt vor Selbstvertrauen, wollen aber nichts dem Zufall überlassen. Um eine möglichst große Unterstützung zu sichern, senkten die "Löwen" die Eintrittspreise auf der Gegentribüne um zehn Euro.

Von den Rängen des Kölner Stadions aus muss Frankfurts Trainer Willi Reimann sein Team aufgrund seiner Fünf-Spiele-Sperre coachen. Eintracht-Abwehrspieler Ingo Hertzsch will die Verbannung Reimanns aber nicht als entscheidende Schwächung gelten lassen: "Egal wie: Wir müssen in Köln gewinnen, denn wir haben ein schweres Restprogramm."

Hoeneß lässt bei Hertha keine Ausreden mehr gelten

Auch der Tabellenvorletzte Hertha BSC Berlin macht sich vor dem Auftakt zur entscheidenden Phase Mut. "Jetzt zählen keine Ausreden mehr", erklärte Manager Dieter Hoeneß ungeachtet der Bilanz von Gegner Hansa Rostock von zuletzt nur einer Niederlage in acht Partien. Die Berliner Zuversicht schürt die Rückkehr der zuletzt verletzten Sorgenkinder Bart Goor, Artur Wichniarek und Giuseppe Reina.

In Mönchengladbach sind vor allen Dingen die zuletzt patzenden Keeper Claus Reitmaier und Jörg Stiel die Problemfälle von Trainer Holger Fach. "Beide haben Fehler gemacht. Ich werde mit beiden vor der Partie reden", kündigte der Coach vor der Partie gegen Angstgegner Bayer Leverkusen an.

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