Dienstagabend in Düsseldorf. Die Mayersche Buchhandlung hat zur Abendveranstaltung mit Reiner Calmund geladen.

Ortstermin: 17. Februar, Mayersche Buchhandlung, Düsseldorf

"Fußballbekloppt" mit "Calli"

Anke Rullich
04. März 2009, 12:49 Uhr

Dienstagabend in Düsseldorf. Die Mayersche Buchhandlung hat zur Abendveranstaltung mit Reiner Calmund geladen. "Calli" stellt seine Autobiografie "fußballbekloppt" vor. Schnell stand fest sich den Abend mit dem Ex-Manager von Bayer Leverkusen nicht entgehen zu lassen.

20.15 Uhr, das große Licht geht aus, Ruhe kehrt ein, alle warten gespannt, leises Tuscheln. "Calli" lässt das Publikum aber noch fünf Minuten warten, bevor um 20.20 Uhr das Programm startet. Bernd Jolitz führt vor einem sehr gemischten Publikum durch den Talk mit dem ehemaligen "Mister Bayer Leverkusen".

Selbst Sportredakteur bei der Rheinischen Post, stellt er sich und Calmund als "XXL-Duo" für den Abend vor. Munter startet das Gespräch, wobei es Jolitz in fleißiger Vorarbeit gelingt, die markantesten Themen im Buch anzuschneiden: Von Anekdoten über die Teilnahme bei „Wer wird Millionär“, dem „Pilawa-Jackpot“, Auftritten in Kochshows bis zu Calmunds sozialen Engagement vor allem für Kinder ist alles dabei.

Aber bevor tatsächlich das Buch aufgetischt wird, soll Calli erklären, wie er gerade auf Düsseldorf als Termin für die Präsentation des Werks kommt. Als „kölsche Frohnatur“ hier Station zu machen, erscheint auch dem ein oder anderen Düsseldorfer als widersprüchlich. Eine Erklärung dafür liefert Jolitz, der auf Calmunds Zeit bei der Fortuna anspielt.

Calli selber hält nicht viel von der Rivalität der beiden Karnevalshochburgen. Für ihn sind es beides wunderbare Städte, bei denen er sich einen Kommentar jedoch nicht verkneifen kann: „In Düsseldorf wird mehr verdient, in Köln mehr ausgegeben“, lacht der lebenslustige Genießer. Damit hat er die Lacher des sonst sehr zurückhaltenden Publikums schnell auf seiner Seite.

Auch wenn der Buchtitel "fußballbekloppt" lautet, soll nicht der deutsche Volkssport Nummer eins im Rampenlicht stehen: Vielmehr interessiert "Callis" Auftritt bei Stefan Raabs Wok-WM Anfang letzten Jahres. "Im Fernsehen sieht das immer so einfach und harmlos aus. Aber wenn du da runter fährst, zusätzlich mit drei Kameras ausgestattet, die auch ca. 17 Kilo wiegen, dann ist das eine andere Sache," betont Calmund.

Auf die Frage, warum er sich bei der Fahrt durch den Eiskanal ausgerechnet kurz vor der "Burger-King"-Kurve drehte und auch noch aus dem Wok flog, hat "Calli" die passende Anwtort: "Ich hatte Hunger und wollte mir einen Burger holen."

Ein kleiner Scherz am Rande, denn zurzeit möchte der XXL-Manager gesünder leben. Der Anlass und die Motivation, eine Autobiografie zu verfassen, sind mit der Vollendung seines 60. Lebensjahres und dem Beispiel der 60 Minuten im Fußball begründet. Für die letzten 30 Minuten im Spiel möchte er noch eine ordentliche Leistung abgeben, sprich die letzten 30 Jahre noch vernünftig leben - ohne eine Auswechslung, Gelbe oder Rote Karte zu riskieren: "Ich will mit 60 Jahren meine Vorbildfunktion ausspielen."

Denn das nächste Projekt ist für den Hobby-Koch eine echte Reifeleistung. Der Karstadt-Ruhrmarathon steht vor der Tür. Calmund trainiert fleißig und zwar mit niemand Geringerem als dem Ausnahmesportler Joey Kelley. Ausführliches Lauf-Training wird von einer Ernährungsumstellung begleitet – Trennkost ist das Stichwort. "Das bedeutet natürlich, dass Kaiserschmarrn oder Schnitzel mit Bratkartoffeln von der Speisekarte gestrichen wurden. Obst, wie Äpfel, Bananen oder Weintrauben, stehen von nun an ganz oben auf meiner Einkaufsliste."

Nach eigenen Angaben hat "Calli" seit Ende August 27 Kilogramm abgenommen, weitere Pfunde sollen folgen. Das honoriert das Publikum ganz unterschiedlich. Teils gibt es anerkennendes Kopfnicken, auf der anderen Seite misstrauische Gesichtsausdrücke, denn die Gewichtsreduktion sieht man dem pfundigen Typen (noch) nicht an.

Calmund will den Marathon ja auch nicht laufen, sondern walken. Seine Prognose: "Klar ist, dass ich nicht mit den Gazellen und Antilopen oder den Freaks im Ziel ankommen werde, aber ich kann sagen, dass es keine Über-Nacht-Veranstaltung werden soll - Ankommen ist die Devise."

Nach der knapp 90-Minuten-Vorstellung plus Nachspielzeit gewährt er noch Blicke hinter die Kulissen. Für die Filialleiterin der Mayerschen Buchhandlung, Christina Peus, höchste Zeit. Sie versucht schon während des Talks von der letzten Stuhlreihe aus, Kontakt zum redegewaltigen Gast aufzunehmen, damit er nicht allzu lang überzieht. "Machen Sie schon mal die Bücher klar, Chefin, und auch den Lastenaufzug, damit ich hier auch runter komme“, beendet Calmund die Veranstaltung mit einem flotten Spruch.

Autor: Anke Rullich

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